The Veritasium Youtube clickbait monster: The Big Misconception About Electricity

Veritasium is a big and successful channel on Youtube, everyone with some interest in science knows it. And recently, this channel has published this:

https://www.youtube.com/watch?v=bHIhgxav9LY

This is the video title image as shown in my watch history:

Below is a link on a small playlist containing the link above as well as two responses to the scenario from EEVblog and Spin Up Science with Dr Ben Miles:

https://youtube.com/playlist?list=PLV9VecjSOQJmyYyHpuUHmmPUJJUc7L5du

There’s a lot of discussion around this video, it has attracted about 7 million (!) people at the time of this writing, which is enormous for a topic like this (at least that’s my opinion), but the question is:

Has Veritasium done anything good to the education of people around the world with respect to the understanding of electrical phenomena?

I would conclude that he has sown more confusion than anything else. And this first and foremost in order to generate clicks and views. That’s his job, okay, but does this justify the methods he uses?

No, I don’t think so! Why? I concentrate on three reasons:

1) The title suggests that there is some kind of error in the whole electricity universe, and that he has come as the savior to free us from the evil thinking.

2) In the video he talks about lies we all have been told in school or even in university. That’s really a mere bullshit, because the lie he’s talking about is nothing but a model. With the same right I could say that Bohr’s model of the atom is a lie. No, it is not, it is a simplified view on reality. All these simplified views and models are perfectly fine as long as I know about their limitations. That’s all.

3) The initial idea of the circuit with this car battery would never work, regardless of underlying assumptions like wires without resistance, there is this omission of the unit m for meter in solution D) just to misguide people, there is the missing discrimination between AC and DC, power circuits and transmission lines, to say the least.

Conclusion:

The Veritasium video shouldn’t have been published at all! It’s purpose is to generate clicks for the channel and thus an income for the team. It’s perfectly fine to make a living by producing Youtube stuff, but to pretend to deliver scientifically or at least educationally valuable ideas when in reality we are offered an undifferentiated pseudo-scientific mixture of concepts, is not what the world needs. But unfortunately, that’s the way Youtube works in general.

PS:

All this stuff about Maxwell’s equations and the Poynting vector is obviously correct if you take it apart from the rest. But the video as a whole isn’t. Watch Dave’s video for details, although it’s a bit redundant, but that’s the way Dave is. He doesn’t find the proper ending at the right point in time. If you don’t have the time, Dr Ben Miles does it the short way.

PPS:

Veritasium works all the time the way I have described above. One of the latest videos on this channel was Math Has a Fatal Flaw. It is clear from the moment you read this title, that the contents of this video refers to G√∂del’s first incompleteness theorem. 14 million viewers so far! But the trouble begins already with this title: the so-called flaw cannot have been fatal to math, otherwise G√∂del could not have been able to create his theorem with exactly the help of mathematics. So, what’s the use or the purpose of such videos? Wasting time, I’d say.

Verbreitete Fehler im Deutschen

“Laut des Berichts eines gut informierten Mediums…” – Der Genitiv ist hier falsch, wer’s nicht glaubt, m√∂ge im DWDS nachschauen. Ich wei√ü nicht, was die Leute antreibt, laut mit dem Genitiv zu verwenden, aber erinnern sie sich an ihre Volksschul- oder Grundschulzeit? Wie haben wir da den Fall ermittelt?

Genau, durch eine Frage! Beispiel: Wem hat er Vorw√ľrfe gemacht? Dem Automechaniker. Also: Dativ. Jetzt stellen wir mal die Frage, die kl√§rt, welcher Fall mit laut verwendet wird:

Laut wessen? Des Berichts.

Das klingt aber verdammt schr√§g, oder? Eben. So einfach kann Deutsch sein. Also bleibt hier nur der Dativ als einzig m√∂glichem Fall. Aber selbst f√ľr solch einfachste √úberlegungen reicht die Zeit heutzutage wohl nicht mehr aus.

Was ist Wokeness (oder woke sein)?

Es bedeutet, Dinge nicht trennscharf zu differenzieren, sondern wie bei einem elektrischen Kurzschlu√ü, der im Zweifel auch mal eben durch die Luft per Ionisierungskanal seinen Weg findet, √ľber Struktur- oder Form√§hnlichkeit miteinander zu koppeln. Dies erfolgt dann, wie es die Kurzschlu√üanalogie absichtlich nahelegt, illegitim bzw. nicht im Sinne der Logik.

Dazu gleich zwei Beispiele:

1) Struktur√§hnlichkeit wurde als Argument verwendet, als das Firefox-Team das master password umbenannte in primary password. Begr√ľndung: Es w√ľrde an die master/slave Relation erinnern, kurz, an die verruchte Zeit der Sklavenhaltung. Ich bezeichne das als
rein strukturelle √Ąhnlichkeit, weil man ja nicht von einem master password spricht, um die Sklaverei hochleben zu lassen, sondern weil die Analogie im technischen Bereich erstens moralisch einwandfrei und zweitens klar definiert ist: Alle nachgeordneten Elemente h√§ngen von dem einen, hierarchisch am h√∂chsten eingestuften Objekt ab. Das ist eine klassische Master-Slave-Beziehung, die heutzutage auf Menschen bezogen indiskutabel und ethisch nicht zu rechtfertigen ist, die im technischen Bereich aber besteht.

2) Form√§hnlichkeit wird als Begr√ľndung f√ľr das Ausmerzen eines Begriffs herangezogen, wenn z. B. wie im Falle des Ortes Negernb√∂tel eine Umbenennung gefordert wird, obwohl das Wort
negern hier die Bedeutung nahe hat und absolut gar nichts mit dunkelhäutigen Menschen zu tun hat.

Ein intellektuell wacher Mensch, also das Gegenteil eines woken Menschen, vollzieht z. B. im Falle der Master-Slave-Sache eine geistige Trennung der technischen Anwendung vom Thema der Sklavenhaltung. Ich kann mir nicht vorstellen, da√ü damals, als man sich bei der Konfiguration von CD-Laufwerken noch um die Frage k√ľmmern mu√üte, welches jetzt als Master und welches als Slave eingestellt wird, irgendjemand dabei an Onkel Toms H√ľtte gedacht hat. Und selbst wenn es so gewesen w√§re, da√ü das irgendjemand assoziiert h√§tte: Was w√§re die Konsequenz gewesen? Die Forderung nach Wiedereinf√ľhrung der Sklaverei?

Mir kann es egal sein, mit welchem Bl√∂dsinn sich Entwicklerteams in aller Welt befassen, wenn sie gerade mal keine Zeit daf√ľr ben√∂tigen, Programmcode zu schreiben oder das Softwaredesign zu definieren. Unangenehm f√ľr alle Nichtbeteiligten an diesen Diskussionen wird es aber dann, wenn die Woken √ľbergriffig werden und Dinge ver√§ndern wollen, die √ľberhaupt nicht in ihrer Befugnis liegen. Wer z. B. Negernb√∂tel umbenennen will, weil er zu bl√∂de ist, zu kapieren, da√ü er seine Assoziation mit Neger bittesch√∂n selber in seinem Hirn zu korrigieren hat, ma√üt sich eine Autorit√§t an, die lediglich und ausschlie√ülich einer Gruppe von Menschen zusteht: Den Einwohnern von Negernb√∂tel.

Und dieser Sachverhalt ist es auch, der das auslöst, was von vielen zu recht kritisiert wird: Die Härte und Unnachgiebigkeit in der Diskussion um Wokeness, Gendern und cancel culture. Sie
r√ľhrt einfach daher, da√ü alle diese Dinge √ľbergriffig sind!

Diese √úbergriffigkeit f√ľhlt jeder, der noch normal denken kann. Und da hilft es nichts, wenn d√ľmmlich und d√§mlich (darf ich das noch sagen?) behauptet wird, es w√ľrden ja niemandem Vorschriften gemacht. Das ist absolut l√§cherlich, wie man an der Gesch√§ftsf√ľhrung von Audi sieht, die von ihren Mitarbeitern das Gendern fordert. √Ąhnliche Dinge kennen wir aus der √∂ffentlichen Verwaltung, von vielen Universit√§ten usw.

Universit√§ten? Diese wurden fr√ľher idealisiert zum Hort der Wissenschaft, welche wiederum gesch√§tzt wurde als die Schutzpatronin der Sachlichkeit, der Logik und des menschlichen Verstandes schlechthin. Was heute dagegen an Universit√§ten so stattfindet, hat oftmals mit diesen Idealvorstellungen nichts mehr zu tun. Besonders sogenannte Sprachwissenschaftler und Soziologen sind vielfach zu den schlimmsten Vertretern unlogischer, ideologiegetriebener Pseudowissenschaft geworden, die man sich √ľberhaupt vorstellen kann.

Fr√ľher h√§tte man sich in schwierigen Diskussionen auf die Wissenschaft und ihre etablierten Erkenntnisse berufen k√∂nnen. Heutzutage kann ein Bef√ľrworter des Irrsinns irgendein Paper aus der Tasche ziehen, das unter dem Dach irgendeiner Universit√§t zusammengeschrieben wurde und behaupten, es handle sich um wissenschaftliche Erkenntnis*. Da√ü man unter diesen Umst√§nden einfach nur noch kotzen k√∂nnte, wenn es um die oben ausgef√ľhrten Themen geht, ist also eigentlich logisch und kein Fehler des Kotzenden. Wenn Ihr also eine sachliche Diskussion wollt, dann fangt erst einmal an, klar zu definieren, was f√ľr eine Wissenschaftskultur Ihr wollt: Eine, die ausformuliert, was Ihr Euch vorab schon ausgedacht habt, also einen ideologiegetriebenen SLAVE, oder eine Kultur, in der offen diskutiert werden kann und nach klassischen Ma√üst√§ben der wissenschaftlichen Wahrheitsfindung gearbeitet wird, kontrolliert von einem headMASTER, der sein Fach versteht?

Nachsatz: Der Begriff headmaster existiert noch.

*) In diesem Videoblog wird aufgezeigt, was in diesem Zusammenhang
als Wissenschaft bezeichnet wird:

https://www.belleslettres.eu/content/deklination/gender-nubling-lobin-sueddeutsche.php

Kritik am Offenen Brief des Migration Hubs Heidelberg vom 20. Juli 2020

Mehr

Der vollständige Text findet sich hier: http://migrationhub-heidelberg.org/projekte/

Dieser Offene Brief f√§ngt schon mit einem Br√ľller an:

“Triggerwarnung ‚Äď in diesem Brief werden Begriffe und Narrative verwendet, die rassistische Stereotype reproduzieren.”

So wie manche Video-Streaming-Anbieter bestimmte Filme nicht mehr ohne vorangehende Erkl√§rung des Inhalts und Verweis auf schlimme Klischees und verdammenswerte Vorurteile zeigen wollen, sofern sie sie √ľberhaupt noch zeigen, so wird auch hier, noch bevor ein Wort gefallen ist, darauf hingewiesen, da√ü W√∂rter verwendet werden, die rassistische Stereotype reproduzieren.

Ein Wort reproduziert gar nichts. Null, nada, niente. Ich betone das, weil die gedankliche Verirrung unter anderem hier ihre Wurzeln hat. Reproduzieren im Sinne der Verfasser dieses Pamphlets tun nur denkende Menschen. Es ist also zuallerst einmal so, da√ü hier an einem Punkt angegriffen wird, der √ľberhaupt nicht urs√§chlich ist f√ľr das, was in dem Brief dem Grunde nach angeprangert wird, n√§mlich Rassismus.

Ein Wort, ein Begriff, k√∂nnen √ľberhaupt nicht urs√§chlich sein f√ľr Denkmuster, das Ignorieren geschichtlicher Zusammenh√§nge oder was auch immer. Begriffe und W√∂rter alleine, ohne einen Text darumherum, sind Bausteine unserer, jeder Sprache, ohne die wir nicht umfassend denken k√∂nnen. Jedes Wort, da√ü in einer Sprache geschaffen wird, erlaubt in der Gesamtschau der Sprache einen Zuwachs an Granularit√§t der Sprache bez√ľglich der Welt, mit anderen Worten, je mehr W√∂rter wir zur Verf√ľgung haben, um sprachlich auf die Welt zu reagieren, desto pr√§ziser und kleinteiliger k√∂nnen wir uns √ľber die Welt √§u√üern.

Um diesen wichtigen Punkt unmißverständlich klarzumachen: Ein Wort reproduziert nicht, es ist ein Sprachbaustein, der eingebettet in einen Text zur Formulierung beliebiger Zusammenhänge benutzt werden kann. Ob er jeweils angemessen, sinnvoll oder geschmackvoll benutzt wird, oder auch in geschmackloser, provozierender, selbst völlig falscher Weise verwendet wird, ist einzig Sache des Autors, der das zu verantworten hat. Die Frage, ob ein Text, nicht ein Wort, wohlgemerkt, gegen geltendes Recht verstößt, ist gegebenenfalls vor Gericht zu klären. Und solange kein Gericht einen Text oder Teile daraus verbietet, das heißt, seine Veröffentlichung untersagt, ist er von der Meinungsfreiheit gedeckt.

“Die Frage ist nicht nur, ob das Wort verwendet werden sollte oder nicht, vielmehr geht es darum, ob wir den zugrunde liegenden Rassismus akzeptieren oder nicht.”

Hier gibt der Migration Hub Heidelberg (im folgenden MHH abgek√ľrzt) vor, es ginge ihm nicht um W√∂rter, sondern um den zugrundeliegenden Rassismus. Wenn es aber nicht um W√∂rter geht, warum wurde dann gefordert, das Gasthaus zum Mohren umzubenennen? Also geht es ganz klar doch um das Wort!

Und bevor jetzt die Frage nach Roß und Reiter aufkommt, nämlich dem, der da angeblich dem Rassismus Vorschub leistet, beeilt man sich, das ohne Nennung von Personen zu definieren:

“Der Rassismus liegt bereits in der Wurzel des kolonialistisch gepr√§gten Wortes: Der Begriff ‚ÄěMohr‚Äú stammt einerseits von dem griechischen Wort moros ‚Äúdumm, t√∂richt, gottlos, einf√§ltig‚ÄĚ und leitet sich au√üerdem von dem lateinischen Wort maurus ‚Äúschwarz, dunkel, afrikanisch‚ÄĚ ab. Neben des bereits rassisitischen Wortursprungs steht die Verwendung des Wortes in einer Tradition der Abwertung und Objektifizierung von Schwarzen¬Ļ Menschen. Dabei ist nicht relevant, wer genau durch dieses Wort beschrieben wird, sondern dass durch diese Fremdzuschreibung die Versklavung und Ausbeutung Schwarzer Menschen weltweit legitimiert wurde.”

In diesem Abschnitt wird behauptet, der Begriff Mohr sei abgeleitet aus moros, aber auch aus maurus. Frage: Was denn nun? Ein Wort kann nur einen Ursprung haben. Bedeutungen k√∂nnen verschmelzen, das ist wohl einsichtig, aber da√ü ein Wort zwei Wurzeln haben soll, die dann witzigerweise sowohl eine Zuschreibung als auch eine Definition einer Gruppe von Menschen enthalten und zu allem √úberflu√ü phonetisch fast gleich sind, erscheint mir extrem unwahrscheinlich. Vielmehr habe ich den Eindruck, da√ü der MHH hier seine ohnehin d√ľnne Argumentation verst√§rken wollte, indem er zwei Argumente zusammenf√ľgt, die aber aus logischen Gesichtspunkten nicht zusammenpassen. Ich interpretiere das als eine politisch gewollte Schlu√üfolgerung, denn hier wird nicht sauber nachgedacht, sondern aus politisch-ideologischen Zielen so dargestellt, wie es einem in den Kram pa√üt.

Ob der Begriff Mohr von Anfang an rassistisch war, bleibt also offen, das ist nur zu kl√§ren, indem man historische Texte analysiert, und ich bin mir 100% sicher, da√ü der MHH das nicht getan hat. Ihm gen√ľgen hier reine Behauptungen.

Jetzt kommen wir zum entscheidenden Satz des gesamten Offenen Briefs:

“Dabei ist nicht relevant, wer genau durch dieses Wort beschrieben wird, sondern dass durch diese Fremdzuschreibung die Versklavung und Ausbeutung Schwarzer Menschen weltweit legitimiert wurde.”

Was hier behauptet wird, ist in seiner antiaufkl√§rerischen Denkweise (ich scheue mich eigentlich, das Denken zu nennen, aber das mu√ü man wohl tun), grotesk: Laut MHH haben wir es also mit einem Wort zu tun, bei dem der Gegenstand, f√ľr den es steht, irrelevant ist.

Da bleibt mir doch f√ľr einen Moment die Spucke weg.

Es wird also gefordert, Gasth√§user, Stra√üen, Apotheken und andere Gesch√§fte umzubenennen, also den Begriff Mohr zu canceln (hiermit ist also der Beweis f√ľr eine Cancel Culture erbracht, auch wenn Hannah Pilarczyk vom Spiegel behauptet, es g√§be sie nicht (https://www.spiegel.de/kultur/cancel-culture-viele-graeben-viele-kaempfe-essay-a-60615caf-c115-467e-a2e3-3e3e7bdca606), ohne da√ü es noch weiter erforderlich w√§re zu kl√§ren, wen der Begriff √ľberhaupt betrifft und welche Gruppe er beschreibt.

Damit zieht man sich schon einmal von der Debattierfront zur√ľck und betoniert seinen eigenen Standpunkt in dem Glauben, damit w√§re die Sache erledigt. Ist sie aber nicht, denn diese Aussage ist eine geistige Bankrotterkl√§rung.

Im folgenden werden einige historische Tatsachen aufgelistet, die sich im wesentlichen auf den Kolonialismus beziehen. Das gibt mir Gelegenheit zur vorsorglichen Aussage, da√ü ich die Aufarbeitung von historischen Zusammenh√§ngen gerade auch im Fall des Kolonialismus f√ľr wichtig halte. Geschichtsbewu√ütsein ist erforderlich, um gesellschaftliche Zusammenh√§nge festzustellen, zu analysieren und zu dokumentieren. Auf Scheurings Tabakladen und seine Mohrenfigur gehe ich hier nicht ein, das ist nicht Ziel dieses Textes. Aber im folgenden wird die oben behauptete Irrelevanz der Bedeutung des Begriffs noch √ľbertroffen:

“In beiden F√§llen ‚Äď der Gastst√§tte ‚ÄúMohr‚ÄĚ sowie die Verbildlichung dieser rassistischen Fremdzuschreibung in Form einer lebensgro√üen Figur in ‚ÄúScheurings Tabakladen‚ÄĚ ‚Äď ist es letztlich irrelevant, ob dies als rassistische Verletzung intendiert ist oder nicht. Entscheidend ist, dass Schwarze Menschen davon angegriffen und rassistisch beleidigt werden. Die Berechtigung der Anzeige wegen Beleidigung liegt also auf der Hand.”

Jetzt ist es sogar irrelevant, ob die Verwendung des Begriffs Mohr in der Absicht geschah, jemanden herabzusetzen oder nicht. Wenn meine Taten also vor Gericht nicht mehr danach beurteilt werden, was meine Intention war, dann sind der Willk√ľr T√ľr und Tor ge√∂ffnet! Wenn ich also einen Angreifer t√∂te, um einen anderen Menschen vor einer gewaltsamen T√∂tung zu sch√ľtzen, bin ich genauso ein M√∂rder wie der, vor dem ich einen anderen gesch√ľtzt habe?

Es gibt Regeln des Denkens, und es ist unfa√übar, wieviel Dummheit zusammenkommen mu√üte, um so einen Text zu ver√∂ffentlichen. Einem denkenden Menschen, der die Konsequenzen solcher Aussagen analysiert, m√ľssen die Haare zu Berge stehen, so abstrus ist das.

Zum Begriff der Beleidigung muß ich noch etwas sagen: Eine Beleidigung kann nur stattfinden, indem sie adressiert wird. Eine Beleidigung ohne Adressaten ist keine. Wenn Mohr aber laut MHH keine Gruppe darstellt (ist ja irrelevant), wie kann dann eine Gruppe beleidigt werden? Und vor allem: Wie kann ein Einzelner durch ein öffentlich sichtbares Schild beleidigt werden? Ein Einzelner?

Wenn ich eine Gruppenbezeichnung abwertend verwende, wie z. B. d√§mliche Ausl√§nder, kann ich dann pers√∂nlich als Ausl√§nder beleidigt sein? Ich denke, nicht. Aussagen in dieser Richtung k√∂nnen volksverhetzend sein, und tats√§chlich, sie k√∂nnen rassistisch sein und vieles andere mehr. Wenn es dann justiziabel wird, dann wird es aber mit Sicherheit um Bev√∂lkerungsgruppen gehen, die vor despektierlichen, herabw√ľrdigenden Aussagen gesch√ľtzt werden sollten, aber nicht um ein verletztes Pers√∂nlichkeitsrecht eines Einzelnen. Vor allen Dingen: Wie soll die Verwendung eines Begriffs eine pers√∂nliche Beleidigung darstellen, wenn √ľberhaupt keine pers√∂nliche Interaktion stattfindet zwischen Beleidiger und Beleidigtem? Das sind l√§cherliche Konstrukte ohne Sinn. (√úber das Schicksal der Anzeige, die gestellt wurde, konnte ich nichts in Erfahrung bringen. Es ist also unklar, ob sie √ľberhaupt einem Gericht vorgelegt worden ist. Von einem Gerichtsurteil in dem Fall ist noch weniger etwas zu finden. Was mich nicht wundert. Aber dar√ľber spricht niemand, jedenfalls konnte ich dazu in den sogenannten Medien nichts finden.)

Aber spannend wird ja das Ganze, wenn man sich den Mechanismus anschaut, der schlie√ülich zur Namens√§nderung gef√ľhrt hat, n√§mlich ganz offensichtlich kein Gerichtsurteil, nicht der Wille des Volkes, nein, der Wille eines gewaltt√§tigen Mobs:

Bei der Recherche findet man Begriffe wie Shitstorm und Facebook-Community (oder auch nur Community). Zusammengefa√üt kann man sagen: Die √Ąnderung fand statt, weil jemand einem social pressing nachgegeben hat. Anders formuliert: Ein Mob hat solange mit Dreck geworfen, bis jemand getan hat, was der Mob wollte.

Und das, lieber Leser, ist der eigentliche Skandal an dieser Geschichte!

PS: Ein Punkt ist noch nicht angesprochen worden, den ich aber hier anf√ľgen will, weil er wichtig ist. Zitat aus dem Offenen Brief:

“Rassismus kann von¬†wei√üen¬†Menschen nicht nachempfunden werden, denn die jahrhundertelange Geschichte der Erhebung¬†wei√üer¬†Menschen √ľber nicht-Wei√üe kann nicht umgekehrt werden. Wir appellieren daher an alle Menschen, die in Zusammenhang mit dieser Sache stehen, auf die Expertise von Menschen, die im Bereich Antirassismus arbeiten und auf Menschen mit Rassismuserfahrungen, zu h√∂ren.”

Was heißt das, kann nicht nachempfunden werden? Kann demnach ein Mann z. B. auch nicht nachempfinden, was eine Frau bei einer Vergewaltigung empfindet? Kann ein Mensch, der beide Beine hat, nicht nachempfinden, wie es ist, keine mehr zu haben? Oder gar wie es ist, nie welche gehabt zu haben?

Diese Aussage ist in der Pauschalit√§t, wie sie hier getroffen wird, unhaltbar. Sie erkl√§rt Wei√üe (und nicht im Bereich Antirassismus T√§tige ūüėÜ ) f√ľr inkompetent in Bezug auf die ganze Sachlage, und das aus einem Grund, der in der Aufforderung im zweiten Satz gipfelt: “Wir appellieren daher an alle Menschen, … auf die Expertise von Menschen, die im Bereich Antirassismus arbeiten und auf Menschen mit Rassismuserfahrungen, zu h√∂ren.”

Aha, da ich also nicht im Bereich Antirassismus arbeite (was f√ľr eine hirnrissige Formulierung… Er arbeitet im Bereich Antirassismus. Aua…) und keine Rassismuserfahrung habe, was immer das nun wieder bedeuten soll, mu√ü ich also schon aus moralischer Verpflichtung auf den MHH h√∂ren und tun, was er sagt!

Sehr schlau formuliert: Ihr seid alle nicht in der Lage, die Situation richtig einzusch√§tzen, das sind nur wir, also tut, was wir sagen! Das ist so cool…

Glaubt der MHH wirklich, diese dummdreiste Argumentation wäre nicht zu durchschauen?

Zum Migration Hub Heidelberg

Der sogenannte Migration Hub Heidelberg hatte es sich zur Aufgabe gemacht, unter anderem den Inhaber des Gasthauses Zum Mohren zu einer √Ąnderung des Namens zu zwingen. Dar√ľber kann man in diesem Artikel

https://www.rnz.de/nachrichten/heidelberg_artikel,-rassismus-diskussion-jetzt-hat-auch-heidelberg-die-mohren-debatte-update-_arid,522881.html

folgendes lesen, ich zitiere:

“Das Netzwerk “Migration Hub Heidelberg” schloss sich zwei Wochen sp√§ter der Forderung an: “Konkret fordern wir die √Ąnderung des Namens der Gastst√§tte ,Gasthaus Zum Mohren‚Äô und die Entfernung des Schriftzugs auf dem Geb√§ude. Des Weiteren fordern wir die Entfernung der rassistischen Figur und des Ladenschilds von Tabak Scheuring”, hei√üt es in einem offenen Brief des B√ľndnisses.¬†

“Die Frage ist nicht nur, ob das Wort verwendet werden sollte oder nicht, vielmehr geht es darum, ob wir den zugrunde liegenden Rassismus akzeptieren oder nicht”, erkl√§rte das B√ľndnis.

Sowohl Begriff als auch Figur f√ľhren ihm zufolge rassistische und koloniale Denkmuster fort. In beiden F√§llen sei irrelevant, ob dies als rassistische Verletzung beabsichtigt sei oder nicht. Entscheidend sei, dass schwarze Menschen dadurch angegriffen und beleidigt w√ľrden, so der “Migration Hub”. Die Verantwortlichen aufseiten der Stadtverwaltung seien deshalb gefordert, dem Fortwirken dieser Bilder im st√§dtischen Raum etwas entgegenzusetzen.”

Man kapriziert sich also nicht zuvorderst darauf, da√ü das Wort Mohr nicht mehr verwendet werden sollte, wohl ahnend, da√ü das (noch) zu weit geht, behauptet aber, es ginge um den Rassismus dahinter. Der Inhaber ist allem Vernehmen nach aber kein Rassist, er pflegt anscheinend auch keine rassistischen Denkmuster, denn sonst h√§tte man ihn ja gleich anzeigen k√∂nnen, nein, man bek√§mpft Rassismus durch Beseitigung von W√∂rtern, das nennt man auch Cancel Culture. Worin der Rassismus beim F√ľhren des Namens einer Gastst√§tte √ľberhaupt bestehen soll, erkl√§rt dieser Verein von Spinnern und Ignoranten aber nicht.

Der Begriff, gemeint ist Mohr, f√ľhre rassistische und koloniale Denkmuster fort. Ich frage Euch, Migration Hub Heidelberg, seid Ihr noch ganz dicht? Ein Begriff f√ľhrt Denkmuster fort? Noch niemals habe ich von einem denkenden Begriff geh√∂rt, so etwas existiert nur in Eurer Vorstellung. Geh√∂rt habe ich dagegen von denkenden, Begriffe verwendenden Menschen. Und deren Absicht bei der Verwendung eines Begriffs ist das, was gekl√§rt werden mu√ü, nicht der Begriff. Und es ist √ľberhaupt nicht irrelevant, ob die Verwendung als rassistische Verletzung beabsichtigt ist oder nicht, es ist, liebe Verirrte im Geiste, das einzige, was tats√§chlich eine Rolle spielt!

Wenn ein Schwarzer sich durch den Anblick eines Mohrenkopfs im Schaufenster beleidigt f√ľhlt, unabh√§ngig davon, wie das Konditoreiprodukt in der Auslage ausgeschildert ist, ist das sein Problem! Ich f√ľhle mich auch nicht beleidigt, wenn ich einen Krautsalat sehe, auch wenn ich ein Kraut bin. Dasselbe gilt analog f√ľr Begriffe.

Am Ende der Pseudologik dieses uns√§glichen Vereins m√ľ√üte man das Wort verbieten, denn die Intention bei seiner Verwendung spielt dessen Meinung nach ja keine Rolle. Also, dann mal los! Erstellt sie, die Liste verbotener W√∂rter! Und macht sie immer l√§nger! Und sorgt daf√ľr, da√ü die Verwendung eines Wortes unter Strafe gestellt wird!

 

Gasthaus zum Mohren in Heidelberg

Das hier ist passiert:

https://www.heidelberg24.de/heidelberg/heidelberg-mohr-altstadt-rassismus-debatte-name-schriftzug-gasthaus-zum-mohren-untere-strasse-90828838.html

Ein mehr als 200 Jahre altes Gasthaus hat seinen Namen ge√§ndert, weil die “Community ver√§rgert” war. So hat es Heidelberg24.de dargestellt:

Das Bild zeigt einen Screenshot von der Homepage. (Es hei√üt √ľbrigens richtig “… √§ndert Namen” und nicht “…√§ndert Name”!)

Interessant ist der Verweis auf die Community: Ohne Artikel, als ob eindeutig und absolut klar w√§re, wer diese Community ist. Und es wird suggeriert: Ist die Community ver√§rgert, dann hat gef√§lligst das entsprechende √Ąrgernis abgestellt zu werden.

Ich kenne die tieferen Beweggr√ľnde des Inhabers nicht, und der Artikel sagt auch nichts √ľber die juristischen Folgen der v√∂llig absurden Anzeige, die ein einzelner Student wegen Beleidigung seiner Person gestellt hat. Wie kann eine Einzelperson durch den Namen eines Gesch√§fts beleidigt werden? Wenn ich √ľber meine Haust√ľr HAUS ZUM MOHREN schreibe, dann beleidige ich diesen Studenten oder beliebige andere Einzelpersonen? Wie absurd m√ľssen die Verh√§ltnisse eigentlich werden, bis die Absurdit√§t in vollem Umfang wahrgenommen wird? Da ist doch eigentlich keine Steigerung mehr m√∂glich.

Da√ü es heutzutage reicht, da√ü irgendein beliebiger Mob sich zur Community formt, um dann durch massives soziales Pressing, also eine widerliche Form der Gewaltaus√ľbung, andere Menschen zu zwingen, sich nach ihrem Wunsche zu deformieren und zu verrenken, finde ich in allerh√∂chstem Ma√üe erschreckend!

Wann treten wir diesem Schwachsinn und dieser Bösartigkeit endlich einmal klar entgegen? Was soll man sich noch alles bieten lassen von Leuten, die glauben, ausgerechnet ihre moralischen und ethischen Vorstellungen seien das Maß aller Dinge? Und sie alleine hätten das Recht zu entscheiden, welche Moral- und Wertvorstellungen hierzulande gelten?

Ich habe gerade keinen Eimer neben mir, deswegen muß ich das Thema beenden, bevor ich mir den Fußboden versaue.

PS: Trotz weiterer Recherche habe ich bislang nicht herausfinden k√∂nnen, ob die Anzeige schlu√üendlich von einem Gericht bearbeitet wurde. Daher k√∂nnte es sein, da√ü alleine der Eingang der Anzeige dazu gef√ľhrt hat, da√ü die Umbenennung durchgef√ľhrt wurde.

Sollte das so sein, dann wäre das ein jämmerliches Einknicken vor dem bornierten Verhalten eines Einzelnen und der Drohung mit empfindlichen Übeln seitens einer anonymen Community sowie des nicht anonymen Migration Hub.

Auch die Berichterstattung seitens heidelberg24.de ist absolut kritikw√ľrdig:

“Nach Rassismus-Klage” klingt, als ob die Klage gef√ľhrt worden w√§re, wor√ľber ich aber nichts herausgefunden habe und daher glaube, da√ü es bei der Anzeige geblieben ist. Au√üerdem, was noch schlimmer ist, wird so getan, als sei rassistisches Verhalten angezeigt worden, was aber gar nicht der Fall ist! Es ist eine Anzeige wegen Beleidigung gewesen. Das ist wohl ein kleiner Unterschied.

Verbreitete Fehler im Deutschen

Den Versuch einer Numerierung gebe ich hiermit auf und bleibe bei der √úberschrift, wie Ihr sie jetzt hier seht.

Soeben habe ich diesen Satz gefunden:

Beim √úbergang vom optisch dichteren ins optisch d√ľnnere Medium wird aber einem bestimmten Grenzwinkel der gesammte Strahl reflektiert, dies nennt man Totalreflexion.

Das Gesamte umfa√üt zwar alle Elemente einer Menge im Sinne von alle zusammen, aber gesamt hat nichts mit zusammen zu tun. Erstaunlich, da√ü man solche Fehler, die man eher einem Viertkl√§ssler zutraut, auf einer Plattform namens learnattack.de findet, die ja gerade behauptet, Sch√ľler zu unterst√ľtzen. Mit solch einem Lektorat erweist man seiner Klientel allerdings einen B√§rendienst.
√úbrigens ist der Satz erst so richtig:

Beim √úbergang vom optisch dichteren ins optisch d√ľnnere Medium wird ab einem bestimmten Grenzwinkel der gesamte Strahl reflektiert, dies nennt man Totalreflexion.

Verbreitete Fehler im Deutschen, Teil 4 von ?

Er schliff das Messer, danach war es geschliffen.

Er schleift das Stromkabel durch zum Wechselrichter. Das Kabel wird also durchgeschliffen, äh, nein, wirklich nicht! Es wird durchgeschleift, Leute!

Fr√ľher hat man Festungen geschleift: Der Feldherr lie√ü die Festung schleifen. Danach war sie geschleift, nicht geschliffen.

Er fräste den Asphalt, danach war der Asphalt gefräßt. NEIN! Er wurde und war dann gefräst! Es heißt ja auch Fräse, nicht Fräße!

Der Hund fr√§√üe das Futter, w√ľrde es ihm schmecken. Das ja.

 

Keithley DMM6500: Firmware-Update auf 1.7.5b

Ich habe des √∂fteren nach Firmware-Updates f√ľr das Keithley DMM6500 gesucht (auch mit den Suchw√∂rtern latest, newest etc.) und dabei immer nur die Version 1.7.3c gefunden. Zuf√§llig habe ich aber jetzt erfahren, da√ü es hier

https://de.tek.com/sitewide-content/software/m/o/d/model-dmm6500-firmware-revision-175-and-release-notes

eine neuere Version gibt, n√§mlich die 1.7.5b. Auf dieser Seite findet Ihr den Link f√ľr den Download (Registrierung und Login ggf. erforderlich).

Leider sind auch die Suchfunktionen auf den Tektronix- und Keithley-Sites nicht sonderlich gut, sodaß ich dort auch keinen Erfolgt hatte. Ich hoffe, daß man vom nächsten Update auf einfachere und zuverlässige Weise erfahren wird.

[Stand des Artikels: 2021-04-03]

PS von 2021-05-21: Es gibt jetzt die Version 1.7.7b, ver√∂ffentlicht als 1.7.7. Die Suchfunktion bei Tektronix spielt immer noch ein bi√üchen verr√ľckt, aber mit etwas Geduld findet man die neue Version. Zum Beispiel √ľber diesen Link:

https://de.tek.com/product-support

Hier gibt man im Suchfeld DMM6500 ein und erhält dann eine längere Liste mit Supportdokumenten, in die die Firmwareversionen lose eingestreut sind. Relativ weit unten findet sich dann die 1.7.7.

Verbreitete Fehler im Deutschen, Teil 3 von ?

Jetzt schaue ich mir gerade ein Video √ľber das Thema Made in Germany an, und was f√ľr Begriffe kommen so sicher wie das Amen in der Kirche?

Wertigkeit und wertig

Schmerz la√ü nach! Wer braucht das Wort Wertigkeit? Es dr√ľckt, soweit ich das nach dem Gebrauch des Wortes durch andere annehmen kann, nichts anderes aus als das sch√∂ne, alte W√∂rtchen Wert. Womit wir gleich bei wertig sind:

What the fuck?

Jedes Ding hat einen Wert. Wenn dieser niedrig ist, ist es minderwertig oder geringwertig, was auch immer. Ist er hoch, dann ist das Ding hochwertig. So funktionierte das schon immer. Aber heute kommen Leute daher und faseln:

“Das Ding f√ľhlt sich wertig an.”

Alles f√ľhlt sich wertig an, denn alles hat einen Wert, sei er hoch oder niedrig, daher mu√ü ich fragen, f√ľhlt es sich nun hoch- oder minderwertig an, denn wertig alleine klingt einfach nur schei√üe, sagt aber zu allem √úberflu√ü auch noch nichts dar√ľber aus, wie hoch der Wert nun ist.

Und warum muß man ein Wort wie Wert, das jeder versteht, durch zwei sinnlose Nachsilben verhunzen? Alleine die Konstruktion mit -ig und -keit läßt meine Fußnägel sich aufkringeln! Mannomann!