Author Archives: Doodle McBee

Zettelkasten nach Luhmann, ein Programm von Daniel L├╝decke

Seit geraumer Zeit, allerdings in gro├čen zeitlichen Abst├Ąnden, verwende ich das Programm ZKN3 von Daniel L├╝decke. Leider hat das Programm wie jede Software ein paar Macken, allerdings relativ wenige, meinem Empfinden nach.

Die gr├Â├čte und gef├╝hlterma├čen gef├Ąhrlichste ist der Fehler beim Starten: Das Programm meldet dann: ZETTELKASTEN WIRD GELADEN/PLEASE WAIT

Und man wartet f├╝r immer…

Der Fehler ist gef├╝rchtet, weil man den Eindruck hat, jetzt geht gar nichts mehr, alles weg, alles kaputt, die ganze Arbeit f├╝r die Katz. Aber es gibt zwei Tips, die ich geben kann:

Tip 1: Erzeugt eine Datei mit dem Namen leer.zkn3. ├ľffnet diese Datei per Doppelklick, falls ZKN3 korrekt unter Windows registriert ist, oder w├Ąhlt zettelkasten.exe als Datei zum ├ľffnen aus. Wenn ZKN3 dann l├Ąuft, k├Ânnt Ihr den Men├╝punkt Datei ├Âffnen ausprobieren. In vielen F├Ąllen klappt das, und man hat seine Datei zur├╝ck!

Tip 2: User snobord7 auf github hat herausgefunden, da├č das Umbenennen der zugeh├Ârigen .zks3-Datei auch helfen kann. M├Âglicherweise kann man sie sogar einfach l├Âschen, aber ich w├╝rde empfehlen, sie erst einmal nur woanders hinzuschieben oder eben nur umzubenennen.

Ich w├╝nsche allen viel Gl├╝ck, die auf den oben beschriebenen Fehler sto├čen! Und postet doch bitte Feedback oder Eure L├Âsungsideen bei

https://github.com/sjPlot/Zettelkasten/issues/113

Der Link f├╝hrt Euch direkt in die Diskussion dieses Fehlers, zum Kommentieren m├╝├čt Ihr aber nat├╝rlich einen Account anlegen. Die kleine Fangemeinde von ZKN3 wird Euch dankbar sein! Und ich auch!

Rechtsunsicherheit

Nicht nur Hobbyisten und Amateure, sondern auch gestandene Medienschaffende wie Fotografen und Videofilmer, haben das Problem, erstens, nicht genau zu wissen, was sie d├╝rfen, und zweitens, nicht zu wissen, was unter Umst├Ąnden an rechtlichen Problemen, Vor- und Anw├╝rfen sowie Abmahnungen auf sie zukommen kann.

Diese Situation hat sich durch die unglaublich d├Ąmlich verfa├čte DSGVO noch erheblich versch├Ąrft. Warum d├Ąmlich? Weil sie von Kann- und Sollte-Bestimmungen beherrscht ist, die vom B├╝rger, der versucht, sich gesetzestreu zu verhalten, bezogen auf ihn maximal restriktiv ausgelegt werden. Mit anderen Worten, der B├╝rger sagt sich: Lieber mache ich mehr als zu wenig, um auf jeden Fall dem Gesetz zu gen├╝gen. Das f├╝hrt sowohl zu Fehlinterpretationen der einzelnen Artikel des Gesetzes als auch zu einem grunds├Ątzlichen (Mi├č-) Verst├Ąndnis der DSGVO mit geradezu bizarren Auslegungen wie dem Schild, das angeblich an der T├╝r einer Metzgerei hing:

Da gibt es nur ein Problem:

Art. 2 DSGVO: Sachlicher Anwendungsbereich

Die T├Ątigkeit von Menschen, die sich in einem Ladenlokal ├╝ber die ├ťbertragung von Eigentumsrechten an Wurstwaren unterhalten, f├Ąllt nicht unter die DSGVO, auch wenn die Fleischerei sich in der EU befindet

Mir ist unklar, was das gezeigte Blatt Papier sein soll. Ist es ein Witz? Wenn es ein Witz sein soll, wo ist die Pointe? Es ist ja auch nicht lustig, wenn sich jemand an einem Staubsauger verletzt, selbst dann nicht, wenn die Gebrauchsanweisung ausdr├╝cklich darauf hinweist, da├č er in einem Zustand sexueller Frustration nicht benutzt werden sollte. So wie Beruhigungstabletten im Stra├čenverkehr: Fahren sie nicht unter dem Einflu├č dieser Pillen! Das F├╝hren von Maschinen etc. etc.

Man kann sich doch nicht ├╝ber die DSGVO lustig machen, indem man sie auf Bereiche bezieht, in denen sie gar nicht wirksam ist! Oder schicken Sie dem Metzger, der vor Ihnen hinter der Theke steht, Ihren Einkaufszettel per Whatsapp? So bescheuert ist wohl niemand. Und der Verk├Ąufer hinter der Theke hat sicher anderes zu tun, als w├Ąhrend des Verkaufs Videos und Fotos anzufertigen und Ihre Einkaufsw├╝nsche auf seinem Computer zu dokumentieren. Und zwar personenbezogen!

Nein, er wird Ihnen geben, was sie wollen, soweit er es hat, und Ihnen einen anonymen Kassenzettel ausstellen. Basta. Und die DSGVO verbietet ihm nicht, Sie mit Namen anzusprechen, wenn Sie schon zigmal bei ihm waren und ihn vielleicht sogar duzen.

Es gibt auch Leute, die bei YT verbreiten, man m├╝sse seine Mails jetzt verschl├╝sseln, weil die DSGVO das so vorschreibt. Nein, das tut sie nicht! In

Art. 32 DSGVO: Sicherheit der Verarbeitung

steht zuoberst:

Unter Ber├╝cksichtigung des Stands der Technik, der Implementierungskosten und der Art, des Umfangs, der Umst├Ąnde und der Zwecke der Verarbeitung sowie der unterschiedlichen Eintrittswahrscheinlichkeit und Schwere des Risikos f├╝r die Rechte und Freiheiten nat├╝rlicher Personen treffen der Verantwortliche und der Auftragsverarbeiter geeignete technische und organisatorische Ma├čnahmen, um ein dem Risiko angemessenes Schutzniveau zu gew├Ąhrleisten;…

Im folgenden werden diese Ma├čnahmen gelistet, f├╝r die aber alle durch diesen ersten Absatz festgelegt ist, da├č sie nur getroffen werden m├╝ssen unter Ber├╝cksichtigung technischer M├Âglichkeiten, der Kosten dieser Verfahren und der Wahrscheinlichkeit des Risikos f├╝r die Daten, das unter Umst├Ąnden besteht und gr├Â├čer oder kleiner bewertet werden kann.

Und es ist auch in die Beurteilung des Betroffenen, also des Besitzers der Daten (nicht des Eigent├╝mers) gestellt, welche Ma├čnahmen aus technischer und organisatorischer Hinsicht geeignet sind. Gut, es ist nicht genau gesagt, typisch DSGVO, wer jetzt eigentlich festlegen darf, was hier technisch und organisatorisch geeignet ist. Aber diese Eignung mu├č festgestellt werden. Es steht eben in Art. 32 nicht: “Du sollst verschl├╝sseln”! Nein, genaugenommen steht dort: “Wenn es sinnvoll und verh├Ąltnism├Ą├čig ist, dann verschl├╝ssele!”

Damit haben sich die Verfasser dieses uns├Ąglichen Gesetzes schon weit aus dem Fenster gelehnt, denn normalerweise verf├╝gt der Gesetzgeber nicht ├╝ber das Wissen und die Expertise, um detaillierte technische Verfahrensweisen zwingend vorzuschreiben. Stellen Sie sich mal vor, in der StVO w├╝rde stehen: Jedes vierr├Ądrige, zweiachsige, motorisierte Fahrzeug mu├č ├╝ber Trommelbremsen an allen vier R├Ądern verf├╝gen. Was f├╝r ein Schwachsinn, oder? Mittlerweile haben wir Scheibenbremsen mit schwimmenden S├Ątteln, die eine graduelle Verbesserung gegen├╝ber Trommelbremsen darstellen. Man tut also gut daran, Gesetze nicht mit technischen Detailvorschriften aufzubl├Ąhen, vor allem, weil sich der Gesetzgeber durch so etwas hochgradig angreifbar macht. Solch ein Gesetz k├Ânnte dazu f├╝hren, da├č das Ziel des Gesetzes, n├Ąmlich der maximal m├Âgliche Schutz des B├╝rgers vor Ungemach, weit verfehlt wird, weil die bessere Technik nicht zum Einsatz kommen darf. Ein Gesetz sollte also Ziele vorschreiben, aber nicht die Wege, wie diese zu erreichen sind.

Mittlerweile sind die Subjekte der modernen Gesetzgebung so hypersensibilisiert worden, da├č sich kaum noch jemand traut, ein Foto oder Video zu ver├Âffentlichen, auf dem ein Nummernschild zu sehen ist. Auf jeden Fall dann nicht, wenn er mit seinem Namen daf├╝r einsteht. Nat├╝rlich kann jeder Depp unter einem anonymen YT-Konto irgendetwas ver├Âffentlichen in der Hoffnung, da├č das m├Âglicherweise illegale Material von Betroffenen nicht bemerkt wird oder er als Ver├Âffentlicher ohnehin nicht ausfindig gemacht werden kann.

Aber das eigentliche Problem dabei ist, da├č es diese Abmahnungen gibt! Abmahnungen sind so etwas wie Kopfgeldj├Ąger, so eine Art halblegale Zwischenwelt zwischen dem B├╝rger und der Justiz. Abmahnungen sind der Versuch von Arschl├Âchern, ein Bu├čgeld, das eigentlich der Staatskasse zusteht, in die eigene Tasche umzuleiten. Geld verdienen an den vermeintlichen Fehlern anderer, ohne selber einer sinnvollen Erwerbst├Ątigkeit nachzugehen!

Ich will die Verwendung der Bezeichnung Arschloch kurz rechtfertigen: Noch nie habe ich geh├Ârt, da├č jemand, der eine Abmahnung verschickt hat, vorher um Korrektur des seiner Meinung nach gegebenen Rechtsversto├čes gebeten hat. Man k├Ânnte doch jemandem eine Mail schreiben des Inhalts: “Bitte, machen Sie dieses oder jenes, sonst kommen wir nicht darum herum, Ihnen eine Abmahnung…” Wieviel zivilisierter k├Ânnte alles ablaufen! Oder ein Mensch, der sich auf einem Foto dargestellt findet, das ihn unvorteilhaft zeigt, k├Ânnte doch sagen: “Hey, mach das weg”! Dann kann man reagieren, diskutieren etc. Das garantiert nicht, da├č der Konflikt am Ende ohne Gericht gel├Âst werden kann, ganz klar, aber wenn ich eine Chance habe, Inhalte zur├╝ckzunehmen oder zu modifizieren, bevor es zu einer finanziellen Bestrafung kommt, mu├č ich auch nicht mehr in so einer diffusen Angst vor Problemen und Konsequenzen leben.

[Kleiner Exkurs: Der Sinn von Abmahnungen k├Ânnte gewesen sein, die Justiz zu entlasten, indem man solchen Kleinkram der direkten Abwicklung unter Rechtsanw├Ąlten ├╝berl├Ą├čt. Aber sp├Ątestens seit es Kanzleien gibt, die nur davon leben, ist wohl klar, da├č dieses Konstrukt mafia├Ąhnliche Strukturen beg├╝nstigt und abgeschafft geh├Ârt. Und zwar endg├╝ltig und vollst├Ąndig.]

Jetzt wurden und werden nach wie vor hunderttausende, wahrscheinlich sogar Millionen von Arbeitsstunden in die Verfassung sogenannter Datenschutzerkl├Ąrungen und Verarbeitungsbeschreibungen gesteckt, ohne da├č sich das Verhalten der Firmen, die tats├Ąchlich unsere Daten in ihren eigenen Gewinn verwandeln, ohne uns daran zu beteiligen, auch nur einen Deut ├Ąndern w├╝rde. Und alles nur aus Angst vor den horrenden Bu├čgeldern, die bei Verst├Â├čen gegen die DSGVO drohen (sollen?) und nicht zuletzt eben vor Abmahnungen.

Ich habe also gestern mein erstes Youtube-Video hochgeladen mit einer Dauereinblendung des Texts Werbesendung. Weil ich n├Ąmlich keine Lust habe, eine solche Abmahnung zu erhalten. Die k├Ânnte mir drohen wegen unlauterer Werbung bzw. Schleichwerbung. (Und das bei derzeit 14 Abonnenten, denen ich hiermit meinen ausdr├╝cklichen Dank ausspreche, und ungef├Ąhr 3000 Abrufen, f├╝r die ich mich ebenfalls herzlich bedanke! Aber, das ist YT-Kaffeesatz vom Feinsten.)

Aber wie zur H├Âlle soll man heutzutage einen Menschen filmen, ohne dabei Artefakte zu zeigen, die m├Âglicherweise von irgendjemandem beworben und verkauft werden? Wie, bittesch├Ân, soll das gehen? Wenn ich mir diese Fernsehkrimis anschaue, in denen das Herstelleremblem auf dem Lenkrad eines BMWs abgedeckt ist, wei├č ich nicht, ob ich lachen oder heulen soll! Oder die abgeklebten Kameras, bei denen (fast) jeder wei├č, da├č es eine Canon ist, weil man das an dem Einstellrad erkennen kann. Und so k├Ânnte ich ewig fortfahren. Wo soll dieser Quatsch denn hinf├╝hren, Leute? K├Ânnen wir mal wieder auf den Boden der Realit├Ąt zur├╝ckkehren?

Jeder wei├č, da├č man mit Google sucht, googlen (oder googeln) ist in den deutschen Sprachschatz eingegangen. Okay, es gibt Alternativen wie DuckDuckGo, aber warum nimmt der Kommissar dann eben nicht DuckDuckGo, sondern mu├č vor einem Bildschirm sitzen, auf dem jemand eine Word-Datei so hingefaket hat, da├č sie wie eine Suchmaschine aussieht, von der jeder Zuschauer wei├č, da├č es die nicht gibt, sondern eine freie Erfindung ist, um dem Vorwurf der Schleichwerbung zu entgehen? Ist das nicht irgendwie auch Fake News? Eine Fake World?

Wenn ich also, wie in meinem letzten Video, ├╝ber den Einsatz eines Inverters als USV rede, mu├č ich Ro├č und Reiter nennen, ob ich das will oder nicht, denn irgendjemand stellt Inverter zwecks Erzielung von Gewinn her und verkauft sie. So sieht’s aus im Spechthaus. Un nu? Mu├č ich den Inverter unter einem schwarzen Schuhkarton, dessen Firmenaufdruck ich vorher abgeklebt habe, verstecken, damit mein Video nicht als getarnte Werbesendung interpretiert werden kann? Mu├č ich den Hersteller des Monitors abkleben? Aber was, wenn man den Hersteller eines Ger├Ąts erkennen kann, obwohl der Name oder das Logo abgeklebt sind (siehe BMW)?

Wie kann man B├╝rger in einer solchen Gemengelage langsam vor sich hink├Âcheln lassen, bis alles gut weichgekocht ist und niemand mehr wagt, selbst├Ąndig zu denken?

Und sich jeder angegriffen und seiner Rechte beraubt f├╝hlen darf, weil ihn jemand auf der K├Âlner Domplatte aus Versehen mitfotografiert hat beim Versuch, den Dom komplett aufs Bild zu bekommen? Ich rede nicht davon, da├č es Charakterschweine gibt, die Unfallverletzte filmen oder fotografieren, die wehrlos auf der Autobahn liegen. Solche Leute sollten im Zweifel hinter Gitter gebracht werden, damit sie kapieren, was Anstand ist. Aber es sollte sich nicht jedes W├╝rstchen ohne Senf echauffieren, weil es in das Bild gelaufen ist, das jemand vom Mont Saint- Michel gemacht hat. Leider kann man die Welt nicht von den Menschen trennen, die auf ihr leben wie L├Ąuse auf dem Hund.

Aber der Gesetzgeber tut nichts, aber auch gar nichts, um die Verh├Ąltnisse klarer zu gestalten. Letztlich kommt es unserer Wirtschaft zugute, Rechtsanwaltskanzleien, Beratungsunternehmen und ├Ąhnliche Unternehmungen bl├╝hen, obwohl gerade letztere oft selber nicht wissen, was Sache ist, aber exzellent darin sind, das zu vertuschen und ihre Meinung als Tatsache zu verkaufen. Aber das Geld, das diese Firmen verdienen, fehlt am Ende als Investition in sinnvolle Dinge. Versteuert wird es so oder so, daher ist es dem Staat wohl wurscht. Denn wer hat schon behauptet, Gesetze m├╝├čten sinnvoll sein? Das ist eine naive Annahme, aber diesen Aspekt will ich jetzt nicht auch noch ausbreiten.

 

 

Office Managerin

Die Tage erreichte mich eine Mail, Absender war nach eigener Aussage eine Office Managerin. Eine nette Dame, der ich mit meinem Artikel oder wie auch immer man solche schriftlichen Stellungnahmen im Internet nennen will, nicht zu nahe treten will. Auf gar keinen Fall! Es ist lediglich so, da├č sie bzw. ihr Arbeitgeber wahrscheinlich einfach im Strom mitschwimmt. Viele machen es so, wir befinden uns im gesch├Ąftlichen Umfeld, und da wird im Zweifel getan, was alle tun, man will ja nicht riskieren, da├č ein potentieller Kunde sich irritiert f├╝hlt. Oder Partnerunternehmen oder Bestandskunden oder oder oder…

Aber ich frage mich, nat├╝rlich ganz privat und ungesch├Ąftlich, was das f├╝r eine Sprache sein soll, die diesen Begriff Office Managerin geboren hat. Und ob sie das unter Schmerzen tat oder nicht.

Also, Office ist englisch. Manager auch, aber Managerin nicht. Da├č die T├Ątigkeitsbezeichnung ohne Bindestrich geschrieben wird, deutet auf Englisch, aber eine weibliche Form von Manager bzw. manager, um genau zu sein, gibt es im Englischen nicht.

Ich habe mich schon immer gefragt, warum eine Frau nicht selbstbewu├čt sagen k├Ânnen sollte, da├č sie Manager sei. Wieso Managerin? Zumal es eben diese weibliche Form im Englischen nicht gibt und es in meinen Ohren beknackt klingt, an ein englisches Wort eine deutsche Endung zu h├Ąngen. Und es ist doch so wahnsinnig hip und angesagt, und ja auch viel einfacher, englisch zu parlieren. Warum dann nicht konsequent und korrekt? Ist dann doch komplizierter als gedacht, oder? Viele glauben ja, sie k├Ânnten Englisch. Bei dem Glauben bleibt es dann aber oft.

Zuallererst sollten wir aber mal Deutsch k├Ânnen. Finde ich jedenfalls. Der Office Manager hie├č fr├╝her B├╝rovorsteher. Und konnte auch eine Frau sein (als Hinweis f├╝r militante Genderer und Genderinnen und Gender*innen und Gender_innen und Genderx und whatnot und waswei├čich).

Aber wer wei├č? Vermutlich ist es anno domini 2019 einer Frau nicht mehr zuzumuten, sich als B├╝rovorsteher zu bezeichnen. Wer wei├č, was f├╝r Assoziationen das wecken w├╝rde. Da klingt so ein Schwachsinn wie Office Managerin wesentlich weniger beunruhigend.

Deutsche Tastatur unter Windows mit US-Layout

Ich habe schon des ├Âfteren nach einer Grafik des Tastaturlayouts gesucht, das man unter Windows erh├Ąlt, wenn man auf einer deutschen Tastatur arbeitet, aber das Layout des US-Keyboards verwendet.

Das Problem dabei: Links neben dem Z ist eine Taste, die es auf US-Tastaturen nicht gibt, ebenso gibt es auf der deutschen Tastatur drei Tasten rechts vom L, aber nur zwei auf der US-Tastatur, und last but not least haben wir im Deutschen nur zwei Tasten rechts vom P, aber drei bei der amerikanischen Tastatur.

Wenn man alles richtig zusammenfummelt, kommt das hier bei raus:

Ich hoffe, es hilft Euch auch weiter┬á­čĄô

PS: Der Ausl├Âser war mal wieder eine Software, die keine gro├če R├╝cksicht auf internationale Unterschiede nimmt. Im vorliegenden Fall ist es DaVinci Resolve. Es kommt mit Dingen wie CTRL-\ bzw. STRG-\, die auf einer deutschen Tastatur auf Grund der grauenvollen Erfindung von AltGr nicht funktionieren. Dar├╝berhinaus gibt es Probleme, solche Shortcuts neu zu definieren. Manche arbeiten einwandfrei, andere gar nicht. Es ist also in jedem Fall nervenschonender, bei dem Standardmapping zu bleiben.

Wenn man nicht die gesamte Belegung umpfriemeln will und nicht viel Zeit hat, ist es einfacher, die Voreinstellungen zu behalten und die Tastatur umzuschalten, sprich US-Layout zu aktivieren. Bei mangelndem Platz ist das auch die einzige M├Âglichkeit.

Update-Problem auf dem Swissmicros DM42 und Vorstellung eines Workarounds

Mit dem Versuch, das letzte Firmware-Update auf meinem DM42 einzuspielen, n├Ąmlich die Version 3.12, stie├č ich auf ein Problem. Nachdem ich das Bin├Ąrfile (DMCP_flash_3.12_DM42-3.12.bin) auf den DM42 ├╝bertragen hatte, f├╝hrte ich unter Windows den Befehl Sicheres Entfernen aus und dr├╝ckte auf dem DM42 die Exit-Taste. Dann best├Ątigte ich mit Enter. Es erschien folgendes Fenster:

Screenshot DM42

Ich dr├╝ckte erneut Enter, um fortzufahren, aber der Bildschirm blieb, wie er war. Der einzige Weg aus der Situation: Reset.

Nach einigem Hin und Her gelang es mir zwar, die Firmware upzudaten, aber das Programm f├╝r den Taschenrechner lie├č sich nicht mehr starten. Nach jedem Einschalten des Rechners landete man unweigerlich im Setup-Men├╝. Kurzum: Es gelang nicht, den Rechner vollst├Ąndig und sauber auf den neuen Versionsstand zu bringen, im Gegenteil, er war nach meinen Updateversuchen als Taschenrechner nicht mehr zu gebrauchen.

Da die Firma Swissmicros derzeit in Urlaub ist, wei├č ich noch nicht, was die Ursache f├╝r das Verhalten ist. Auch wenn man versucht, den Updateproze├č ├╝ber das Systemmen├╝ zu starten, ist das Verhalten das gleiche. Aber ich habe folgenden Workaround auf einem Windows-10-Rechner gefunden:

  1. Auf dem PC mu├č der STM32_Bootloader_Driver installiert werden. Bitte im Administratormodus (Eigenschaftsmen├╝, ausf├╝hren als Administrator) arbeiten!
    https://www.swissmicros.com/dm42/tools/
  2. Die LibUSB-Win32-Install-1.2.6.0 mu├č ebenfalls installiert werden, hier mu├č der
    Inf-Wizard.exe gestartet werden. Auch hier ist der Administratormodus (Eigenschaftsmenü, ausführen als Administrator) erforderlich!
    https://www.swissmicros.com/dm42/doc/libusb_install/
  3. DM42 an USB des PCs anschlie├čen. Auf dem DM42 mu├č jetzt der Bootloader gestartet werden (Punkt 2).

    Screenshot DM42

  4. DM-Tool (v2.4) starten. Als Updatefile das Firmwarefile verwenden (DMCP_flash_3.12.bin).

Jetzt sollte das Firmware-Upgrade erfolgen.

Anschlie├čend mu├č das Programmfile, DM42-3.12.pgm, auf den DM42 ├╝bertragen werden, ├╝ber das Filemen├╝ des DM42 kann es dann geladen und ausgef├╝hrt werden.

Wenn jetzt alles funktioniert, m├╝ssen die beiden Update-Dateien auf dem DM42 wieder gel├Âscht werden, weil er sonst automatisch versucht, den Updateproze├č zu starten und wieder h├Ąngenbleibt.

Ich hoffe, da├č diese Informationen dienlich sind. Bei Fragen bitte mailen, siehe Impressum.

 

 

Wohin der Schwachsinn gerechterschlechter Sprache f├╝hren kann

Soeben habe ich einen Artikel gelesen ├╝ber eine Frau, die Opfer eines S├Ąureangriffs geworden ist. Die Frau hei├čt Reshma Qureshi und hat ├╝ber diesen abscheulichen und widerw├Ąrtigen Angriff, vermutlich begangen aus gekr├Ąnkter M├Ąnnlichkeit, ein Buch geschrieben mit dem Titel Being Reshma.

Das Buch findet sich hier:

https://amzn.to/2B8rJrO

In jenem Artikel findet sich folgende Passage, ein Aufruf Reshmas an alle Frauen, denen ├Ąhnliches passiert ist:

“It might feel like the end of the world, but just know that you should not allow your attacker to succeed in his or her mission of ‘ruining’ your life.” [sic]

├ťbersetzt: “Es mag sich wie das Ende der Welt anf├╝hlen, aber du solltest wissen, da├č du deinem Angreifer nicht erlauben darfst, seinen oder ihren Versuch, dein Leben zu zerst├Âren, als erfolgreich anzusehen.”

Die ├ťbersetzung ist nicht ganz einfach, finde ich, weil sich schon die bare Formulierung to succeed in a mission┬áim vorliegenden Zusammenhang nicht leicht ├╝bersetzen l├Ą├čt: In einer Mission erfolgreich sein? Eine Mission erfolgreich durchf├╝hren? Und dann nicht erlauben, eine Mission erfolgreich durchzuf├╝hren, die aber schon l├Ąngst durchgef├╝hrt worden ist? Das pa├čt alles nicht so recht. Aber was hier erst recht nicht pa├čt, das ist, hier von his or her mission zu reden. Wieviele S├Ąureattacken dieser Art wurden bereits von Frauen durchgef├╝hrt? Glaubt irgendjemand, das w├Ąre so fifty-fifty? Oder 10% Frauen, 90% M├Ąnner? Ich glaube das nicht!

Diese unglaubliche Barbarei soll Frauen zerst├Âren, indem ihre Sch├Ânheit zerst├Ârt wird. Und nicht nur das: Eine solche Frau soll f├╝r immer absto├čend wirken auf jeden Mann, der nach dem Mann kommt, der von dieser Frau zur├╝ckgewiesen worden ist. Sie soll niemehr von einem Mann begehrt werden, damit die Ehre des Steinzeitmanns, der sie zuerst besa├č, nicht weiter beschmutzt wird.

Es ist ein typisches Verbrechen, begangen aus verletzter m├Ąnnlicher Eitelkeit, einer archaischen Form m├Ąnnlichen Empfindens heraus, das in Indien zu beispiellosen Verbrechen gef├╝hrt hat und immer noch f├╝hrt.

Wie tief mu├č man bereits diese verstandesbefreiten Stanzen in seinem Bewu├čtsein verankert haben, um in einem solchen Zusammenhang von his or her zu reden? Das ist doch ein Automatismus, der genauso widerw├Ąrtig ist wie der, st├Ąndig nur noch von den mutma├člichen T├Ątern zu reden. Ja, Leute, ich bin nicht doof! Ich wei├č auch, da├č jemand dann T├Ąter ist, wenn er vom Gericht als T├Ąter ├╝berf├╝hrt wurde.

Aber was ist mit den F├Ąllen, in denen das Gericht keinen T├Ąter feststellen kann? Hei├čt das, da├č es keinen T├Ąter gibt? Nat├╝rlich nicht!

Aber vor allem: Was soll die Formulierung, die Polizei suche nach dem mutma├člichen T├Ąter? Niemals nicht, liebe Gemeinde! Die Polizei sucht IMMER und OHNE AUSNAHME den oder die T├Ąter (nicht den T├Ąter oder die T├Ąterin).

Also, wie w├Ąre es mit Denken? So als Vorschlag zur G├╝te…

Transgenderism und andere Ph├Ąnomene

Wie kann es sein, da├č eine Befindlichkeitsst├Ârung zu einer Ideologie wird? Da├č Menschen, die dieser Befindlichkeitsst├Ârung irritiert gegen├╝berstehen, zu Menschen erkl├Ąrt werden, die die Welt mit Ha├č erf├╝llen?

Wie kann es sein, da├č jemand, der mit Homosexualit├Ąt nicht offen und ungezwungen umgehen kann, umgehend zum Homophobiker erk├Ąrt wird, wobei dieser Begriff mittlerweile gleichbedeutend mit Schwulenhasser verwendet wird?

Auch Menschen, die Probleme damit haben, da├č jemand einen nach vorherrschender Meinung nicht zu seinem biologischen Geschlecht passenden Kleidungsstil pflegt, werden ruckzuck als Transphobiker bezeichnet, wobei auch hier wieder -phobiker bzw. -phob als -hasser bzw. -hassend ├╝bersetzt wird, was nat├╝rlich absurder Quatsch ist.

Wie kann es sein, da├č ein verschwindend geringer Prozentsatz der Bev├Âlkerung es schafft, ein so unfa├čbares Gewese um seine Nichtdiskriminierung zu machen, da├č weit ├╝ber 99,99% der Bev├Âlkerung zugemutet wird, ihr Verhalten zu ├Ąndern?

Auf http://www.trans-ident.de/ kann man nachlesen:

“Bei einem Bev├Âlkerungsstand von 81.471.834 Einwohnern in der Bundesrepublik Deutschland im Juli 2011 entspricht dies 0,01413% der Bev├Âlkerung, die in diesen 16 Jahren ein Verfahren nach dem Transsexuellengesetz durchlaufen haben.”

Bevor mir jemand jetzt virtuell oder gar physisch mit Hilfe einer Keule den Scheitel nachziehen will: Ich bin absolut daf├╝r, da├č in unserer Gesellschaft eine Offenheit entsteht, die es jedem Menschen erlaubt, seine sexuelle Orientierung ohne Angst vor Nachteilen publik zu machen. Diese Situation ist nicht gegeben, wenn ├╝berhaupt, so nur punktuell. Aber es wird ja besser. Seit ich in meiner Jugend noch die b├╝rgerlichen Reaktionen auf Rosa von Praunheim erlebt habe, hat sich verdammt viel ge├Ąndert.

Ebenfalls sollte mehr Offenheit f├╝r Menschen entstehen, die sich den gesellschaftlichen Rollenerwartungen das Geschlecht betreffend nicht unterordnen wollen oder k├Ânnen.

Das ist mein Standpunkt. Ein weiterer meiner Standpunkte ist aber, da├č jemand der sich selbst als rosafarbenes Einhorn identifiziert, kein Recht darauf hat, da├č die Gesellschaft ihm an jeder Autobahnrastst├Ątte ein eigenes Pissoir zur Verf├╝gung stellt. Oder ein Kackzimmer, wie auch immer.

Gl├╝cklicherweise ist die ├╝berwiegende Mehrzahl der Menschen nicht so bescheuert anzunehmen,

1. da├č es zwischen M├Ąnnern und Frauen keinen Unterschied gibt,

2. da├č es mehr als zwei biologische Geschlechter gibt,

3. da├č jeder seine sexuelle Orientierung frei w├Ąhlen kann.

Die Evolution hat beim Menschen zwei Geschlechter zur Auspr├Ągung gebracht, alles, was sich nicht derart zuordnen l├Ą├čt, ist auf pathologische Zust├Ąnde zur├╝ckzuf├╝hren. Die gilt es im Einzelfall genau zu eruieren und zu diagnostizieren. Oder f├Ąnden Sie es toll, wenn man Ihrem Sohn den Schwanz abschneiden w├╝rde, nur weil irgendein Vollidiot den Hodenhochstand ├╝bersehen hat?

Wenn man jedoch manche Texte und Statements liest und sich mit den Auseinandersetzungen um dieses Thema n├Ąher befa├čt, gewinnt man den Eindruck, da├č Normale sich mittlerweile daf├╝r rechtfertigen m├╝ssen, nicht zur Elite der Abnormalen zu geh├Âren.

Ich bin gegen eine Verwendung des Begriffs Normalit├Ąt im Sinne von hau-weg-die-abnormale-Schei├če! Nein, wir w├Ąren alle nicht normal, wenn es nicht diejenigen geben w├╝rde, die die Randzonen der Glockenkurve bev├Âlkern! Jeder hat das Recht, seine Individualit├Ąt zu leben, solange er dies auf eine Weise tut, die sozialkompatibel ist. Und genau dieser Zustand ist etwas, das st├Ąndig neu ausgehandelt werden mu├č. Das ist kein Status, der heute festgeklopft wird und in zehn Jahren noch gilt, es ist ein Flie├čgleichgewicht. Aber dieses Gleichgewicht wird empfindlich gest├Ârt, wenn einzelne Gruppen von Spinnern und aufgeblasenen Wichtigtuern Gedichte von Hausw├Ąnden entfernen lassen und Pamphlete verfassen, die in Hannover (nur als Beispiel) unbescholtenen B├╝rgern und Mitgliedern der deutschen Sprachgemeinschaft oktroyieren, wie sie gef├Ąlligst ihr Sprachverhalten an die W├╝nsche solcher Spinnerzirkel anzupassen haben!

In Hannover (und anderswo) herrscht die Sprachpolizei

Es ist unertr├Ąglich, da├č der Gesetzgeber sich anma├čt, Sprache per Gesetz zu regeln. Ich f├╝hre ein einziges Beispiel an:

┬ž 28 Satz 1 Saarl├Ąndisches Landesgleichstellungsgesetz

Die Dienststellen haben beim Erlass von Rechtsvorschriften, bei der Gestaltung von Vordrucken, in amtlichen Schreiben, in der ├ľffentlichkeitsarbeit, im Marketing und bei der Stellenausschreibung dem Grundsatz der Gleichberechtigung von Frauen und M├Ąnnern dadurch Rechnung zu tragen, dass geschlechtsneutrale Bezeichnungen gew├Ąhlt werden, hilfsweise die weibliche und die m├Ąnnliche Form verwendet wird.

Wenn ich einen Klempner suche, dann ist das, verdammt nochmal, geschlechtsneutral, denn unter allen Klempnern gibt es Klempner und Klempnerinnen, wenn man ├╝berhaupt eine grammatikalisch weibliche Form einf├╝hren will, was man im Deutschen nicht mu├č! (Es ist korrekt zu sagen: Frau M├╝ller ist Arzt von Beruf.)

Die Formulierung Deutschlands Lungenfach├Ąrzte beziehen Stellung meint die Gesamtheit aller Lungenfach├Ąrzte beiderlei Geschlechts. Wer das anzweifelt, kann kein Deutsch. (Und wieviele Lungenfach├Ąrzte ein Problem haben, sich als m├Ąnnlich oder weiblich zuzuordnen, wei├č ich nicht.)

Mit Gesetzestexten wie dem oben zitierten k├Ânnte man ja auch angesichts der eng umschriebenen Dom├Ąne, auf die er sich bezieht, noch leben. Aber jetzt kommen ideologische pressure groups dazu und wollen einem nicht nur vorschreiben, was man f├╝r W├Ârter zu verwenden hat, sondern auch noch, wie die Phrasierungen und formalen Ausgestaltungen von S├Ątzen aussehen sollen, damit ihren verschrobenen Ansichten Rechnung getragen wird!

Die Universit├Ąt K├Âln hat hier ein Elaborat ins Netz gestellt, bei dessen Lekt├╝re man sich fragt, was zur H├Âlle mit dem Begriff Wissenschaft in den letzten Dekaden passiert ist:

https://gb.uni-koeln.de/gendersensible_sprache/index_ger.html

Da hei├čt es u. a.:

Verschiedene repr├Ąsentative Studien zeigen die grunds├Ątzliche Akzeptanz der geschlechtergerechten Sprache im Kontext von Rechtstexten: geschlechtsneutrale Formulierungen oder Bezeichnungen (z. B. die Wahlberechtigten) oder die Benennung beider Geschlechter werden von den Befragten pr├Ąferiert (vgl. z.B. Vera Steiger, Lisa Irmen (2011): Wie sollen Personen in amtlichen Texten bezeichnet werden? Ein Vergleich verschiedener Rezipientengruppen zur Akzeptanz geschlechtergerechter Rechtssprache. In: Linguistische Berichte. 2011, Nr. 227, August 2011, S. 297ÔÇô326.).

Aus solchen angeblich repr├Ąsentativen Studien und irgendwie gearteten Berichten sollen dann anscheinend Vorschriften hervorgehen, die dem B├╝rger so lange um die Ohren gehauen werden, bis er sich einer Sprache beflei├čigt, die dem Heer der Gleichstellungs- und LGBTQ+-xyz-Idioten gef├Ąllt! Eine geschlechtergerechte Sprache! Was, zum Teufel, soll das sein? Unsere Sprache hat sich ├╝ber lange Zeitr├Ąume entwickelt, alle Mitglieder der Sprachgemeinschaft haben dazu beigetragen. Und jetzt entscheiden irgendwelche Gremien und Arbeitskreise und Betroffenheitsgruppen, wie unsere Sprache umzuformen ist in eine sogenannte geschlechtergerechte? Das kann ja wohl nicht wahr sein!

Es ist doch nicht Aufgabe einer Universit├Ąt, Richtlinien f├╝r Sprachregelungen zu entwickeln, die dann vom B├╝rger zu erlernen und umzusetzen sind!

Die Deutschen sind eine Sprachgemeinschaft, und eine Sprachgemeinschaft hat keinen H├Ąuptling und keine H├Ąuptlinge. Sprache funktioniert organisch und nicht hierarchisch. Diese Sprach-GESTAPO allerorten kotzt mich an!

Ihr habt keine Legitimation f├╝r den Schwachsinn, den Ihr der Allgemeinheit oktroyieren wollt! Weder wissenschaftlich, noch demokratisch!

Ich habe Verst├Ąndnis daf├╝r, nicht mehr Eskimo zu sagen, sondern Inuit, und ich sage auch Same anstatt Lappe oder Lappl├Ąnder. Aber das ist meine pers├Ânliche Entscheidung, und um die zu treffen, hatte ich die Freiheit, meinen Verstand zu benutzen. Die Hannoveraner Regierung empfiehlt jedoch z. B.:

Eine geschlechtsumfassende Ansprache ist nicht immer m├Âglich. In diesen
F├Ąllen gilt es den Genderstar zu nutzen. Der Genderstar, dargestellt
durch ein Sternchen* zwischen der maskulinen und femininen Endung
dient als sprachliches Darstellungsmittel aller sozialen Geschlechter und
Geschlechtsidentit├Ąten.

Ich soll also (ja, ich wei├č, ich mu├č nicht, sagen sie) schwachsinniges Zeug schreiben, das beispielsweise niemand lesen kann, oder wie soll man sich die Aussprache von

der*die Ingenieur*in

vorstellen? “Der Stern die Ingenieur Stern in tr├Ągt hohe Verantwortung!” So etwa?

Was f├╝r ein brachialer Unfug! Und die Begr├╝ndung:

… in solchen F├Ąllen wird der
Genderstar auch zwischen den
Artikeln gesetzt, um auf die
Vielfalt der Geschlechter
hinzuweisen.

Die Vielfalt der Geschlechter? Es gibt nur zwei! Und alles, was sich nicht eindeutig einem dieser beiden Geschlechter zuordnen l├Ą├čt, f├Ąllt in den Bereich der Pathologie. Wenn ich sage, der Mensch hat zehn Finger, dann ist das statistisch gerechtfertigt. Es gibt Menschen, die mit zw├Âlf Fingern (und zw├Âlf Zehen) geboren werden, aber das sind so wenige, da├č kein Mensch jemals auf die Idee kam, es k├Ânne beleidigend sein, davon zu sprechen, da├č Menschen zehn Finger haben, da es ja ein paar gibt, die mehr als f├╝nf pro Hand haben. Aber jetzt soll jeder darauf R├╝cksicht nehmen, da├č es ein paar Leute unter uns gibt, die sich weder m├Ąnnlich noch weiblich sehen. Was hilft es denen, bittesch├Ân, wenn ich diesen Genderstar benutze? Ist es nicht viel wichtiger, da├č ich sie mit Respekt behandle, wenn ich mit ihnen pers├Ânlich zu tun habe? Aber ich mu├č nicht jede Ansprache an eine Gruppe mit extra Zeichen codieren, damit sich jeder, aber auch wirklich jeder, und sei er auch noch so abartig, eingeschlossen f├╝hlt.

Aber mit diesem Kindergartenkram wie dem Sternchen h├Ârt es ja nicht auf:

Hier werden ganze Formulierungen vorgeschrieben! Ich mu├č ein Substantiv durch eine umst├Ąndliche Passivkonstruktion ersetzen, die Benennung einer konkreten Funktion durch eine anonyme Organisationsbezeichnung ersetzen usw. usf. Das ist eine Sprachverhunzung und -verst├╝mmelung, die ihresgleichen sucht. Und der ganze widerliche Schei├č nur, weil man, wenn man das nicht tut, politisch nicht korrekt handelt? Weil man dann angeblich (!) homo- oder transphob ist? Habt Ihr eigentlich einen Knall? Kapiert Ihr nicht, da├č Ihr den Menschen, deren Akzeptanz in der Gesellschaft Ihr angeblich verbessern wollt, einen B├Ąrendienst erweist?

Ich bin weder homo- noch transphob. Aber diesen katastrophalen Unfug mache ich nicht mit.

├ťbrigens: Schon mal dar├╝ber nachgedacht, da├č die Endung phob eine Angst beschreibt? Eine Angst ist nichts, was man einem Menschen vorwerfen kann. ├ängste mu├č man (ggf. vielleicht) abbauen. Am besten mit der Sprachgestapo.

Das Intellektuelle Dark Web und die NZZ, genauer: Herr Lobe

Die NZZ, mit Sicherheit kein Teil des Intellectual Dark Web, hat vor einiger Zeit einen Artikel im lichten Web ver├Âffentlicht, der mich einigerma├čen verbl├╝fft hat. Wer ihn jetzt lesen mag, bevor er meinen Text weiterliest, kann das hier tun:

https://www.nzz.ch/feuilleton/sie-handeln-nicht-drogen-sondern-gefaehrliche-gedankenware-ld.1384912

Die ├ťberschrift ist clickbaiting at its best! Es ist gef├Ąhrliche Gedankenware, um die es hier geht. Uh, welch wohliger G├Ąnsehautschauer geht mir da den R├╝cken hinunter. Das ist ja fast wie bei Edgar Wallace!

Aber mal im Ernst, wird in diesem Artikel irgendwann Butter bei die Fische getan? Um es mit den Worten Adrian Lobes zu sagen: Mal schauen!

Als erstes kommt ein sinnloses, absolut bescheuertes Symbolbild. So nennt man die Bel├Ąstigung mit gestellten, retuschierten Fotos aus Fotodatenbanken, die mittlerweile zu jedem Zeitungsartikel geh├Âren. Sie sagen: Wir waren zu faul oder zu bl├Âd, authentisches Material mitzugeben, deswegen klatschen wir euch diesen M├╝ll hierhin, pa├čt schon!

Herr Lobe steigt ins Thema ein, indem er uns erstmal erkl├Ąrt, was wir mit dem Dark Web assoziieren, aber das wu├čte ich schon. Er schreibt dann weiter: “Unter dem Rubrum ┬źIntellectual Dark Web┬╗ (IDW) hat sich nun aber in den USA ein Netzwerk von Intellektuellen formiert, die keine Waffen oder Drogen handeln, sondern Gedankenware an den Gatekeepern etablierter Medien vorbei in den ├Âffentlichen Diskurs schleusen.”

Gatekeeper etablierter Medien… Sie schleusen Gedankenware in den Diskurs… Menetekelnd und merkw├╝rdig raunend geht es weiter: Klandestiner Handel mit Ideen.

Herr Lobe kommt selber ziemlich klandestin daher. Was will er uns sagen? Da├č es da Leute gibt, die auf irgendeine Weise kommunizieren, sich gegenseitig kennen und gef├Ąhrliche Dinge in den nicht n├Ąher definierten ├Âffentlichen Diskurs einbringen wie Fluor in Trinkwasser?

Nachdem er wenig spezifische und ebensowenig substantielle (anderswo abgeschriebene) Feststellungen ├╝ber Eric Weinstein u. a. getroffen hat, folgt ein Abschnitt, ├╝berschrieben mit Ideologische Orte. Und das ist jetzt nat├╝rlich ein guter Punkt: Es geht um Ideologie.

Behauptet Herr Lobe. ├ťber Weinstein schreibt er jetzt: “Wenn er sich in der Fachwelt kein Geh├Âr verschaffen kann, dann eben auf der Cyberagora, deren Community andere erkenntnistheoretische Ma├čst├Ąbe anlegt.” [Rechtschreibung und Grammatik von mir korrigiert.]

Als wer, bittesch├Ân? Die nicht n├Ąher definierte Fachwelt entscheidet, was erkenntnistheoretisch von Interesse ist. Das Wort anders gen├╝gt, um zu diskreditieren. Aber ich bin froh, da├č ich anders bin als Herr Lobe.

Weiterhin schreibt er in Anf├╝hrungszeichen, was er ├╝bersetzt hat, einen Text von Eric Weinstein, der im Original so lautet:

“You have to understand that the I.D.W. emerged as a response to a world where perfectly reasonable intellectuals were being regularly mislabeled by activists, institutions and mainstream journalists with every career-ending epithet from ÔÇśIslamophobeÔÇÖ to ÔÇśNaziÔÇÖ.”

Ich ├╝bersetze das so: “Sie m├╝ssen verstehen, da├č das IDW erwuchs als eine Antwort auf eine Welt, in der absolut vern├╝nftige Intellektuelle regelm├Ą├čig von Aktivisten, Institutionen und Mainstream-Journalisten mi├činterpretiert und mit allen m├Âglichen karrierebeendenden Beinamen von Islamophober bis Nazi belegt wurden”.

Man kann ├╝ber ├ťbersetzungen streiten, aber perfekt r├Ąsonierende Intellektuelle anstatt absolut vern├╝nftige? Hier zeigt Herr Lobe ausnahmsweise Kreativit├Ąt.

Im weiteren Verlauf stellt er dar, da├č die Mitglieder des IDW nicht in den klassischen Medien vorkommen, aber gro├če Resonanz in den neuen digitalen Medien finden. Das kann man unbestritten stehen lassen. Aber was ist mit S├Ątzen wie diesem hier?

“Peterson gei├čelt den Egalitarismus und Genderismus in westlichen Gesellschaften und beglaubigt dieses Denken mit biblischen Quellen.” [Rechtschreibung korrigiert.]

Peterson gei├čelt (wie ein religi├Âser Fanatiker), beglaubigt und verwendet biblische Quellen. Laut Lobe.

Ich behaupte: Herr Lobe hat sich ├╝berhaupt nicht ernsthaft mit Peterson, seinen Auftritten, B├╝chern, Aussagen etc., befa├čt, er schreibt nur irgendwo ab, verwendet Stanzen und tut so, als h├Ątte er Wissen ├╝ber das, was er hier zu beschreiben versucht.

Seine Ahnungslosigkeit will er kaschieren, indem er auf der emotionalen Ebene negative Assoziationen sch├╝rt, um Peterson in ein schlechtes Licht zu stellen.

Der ganze Artikel gipfelt dann in folgendem: “Die Verlinkungsstruktur des World Wide Web, in dem sich auch allerlei Unrat wie Verschw├Ârungstheorien und Ha├čkommentare verf├Ąngt, mag ein Webfehler sein. Das Internet ist aber noch immer ein Ort, wo Ideen jenseits geistiger Protektionismen wie Denkverboten und Sprachregelungen frei flottieren k├Ânnen.” [Rechtschreibung korrigiert.]

{Randbemerkung: Im WWW verf├Ąngt sich auch so etwas wie die NZZ. Aber das mit dem Webfehler ist ein toller Sprachwitz, englisch pun. Das ist sowas von witzig, das werde ich noch meinen Enkelkindern erz├Ąhlen. Wenn ich bis dahin dement genug bin.}

Und darin liegt das Gef├Ąhrliche, von dem die ├ťberschrift dr├Ąuend schwadronierte? Oder ist es die schwer zu beantwortende Frage, “ob die Protagonisten des IDW wirklich eine Gegen├Âffentlichkeit schaffen wollen, von der alle profitieren, oder doch nur eine weitere Nische f├╝r Eingeweihte und Hartgesottene”? Liegt die Gefahr also in der Nische?

Herr Lobe beantwortet das nach dem Alarmismus, mit dem er seinen nichtssagenden M├╝ll begonnen hat, mit einem lapidaren “mal schauen”.

Warum, Herr Lobe, haben Sie Ihren Artikel dann ├╝berhaupt ver├Âffentlicht? Und welchen Aufwand haben Sie betrieben, um diese Sammlung von Klischees, L├╝gen und Halbwahrheiten zu erz├Ąhlen ├╝ber einen Topos, von dem Sie soviel verstehen wie der Ochse vom Klavierspielen?

Mal schauen.

F├╝r alle, die wirklich (!) wissen wollen, was das Intellectual Dark Web ausmacht, empfehle ich dieses Video:

https://www.youtube.com/watch?v=PagNM_oxssE