Monthly Archives: November 2018

Kickstarter-Projekt Pistachio Wars

Vor einigen Tagen bekam ich eine Mail von Yasha Levine, dem Autor des Buchs Surveillance Valley, The Secret Military History of the Internet. In dieser Mail ging es um sein neues Projekt, einen Film ├╝ber die Ver(sch)wendung von Wasser in Kalifornien durch das Milliard├Ąrsehepaar der Resnicks, die unfa├čbare Mengen an Grund- und Regenwasser f├╝r ihren ebenso unfa├čbar riesigen Pistazienanbau verwenden. Der Rest Kaliforniens mag dabei draufgehen, aber man tut ja nichts verbotenes, und wenn in Amerika etwas erlaubt ist, dann ist es Geldverdienen, ob man’s verdient hat oder nicht.

Um seinen Film ├╝ber diese Aneignung des Lebensmittels aller Lebensmittel fertigzustellen, ben├Âtigt Yasha Geld, daher hat er diese Kampagne gestartet:

https://www.kickstarter.com/projects/7331688/pistachio-wars-killing-california-for-a-snack-food?ref=user_menu&fbclid=IwAR1IeFbxf3YxDoFwQcUBoEhDEXd5teYI6JxXJrAS_3xvp0fMKW2tJDqTwKY

Schaut es Euch bitte an, und vielleicht denkt Ihr so wie ich dar├╝ber und spendet etwas, ich finde, dieses Projekt hat es verdient! Danke!

Was Youtube uns zu sagen hat

Mitunter st├Â├čt man unvermittelt auf Videos, genauer: Youtube-Videos, die erstaunliche Eckdaten aufweisen. Zum Beispiel dieses hier:

Erstaunt lese ich, da├č dieses Video 4.660.365 Zuschauer gefunden hat (Stand heute, 2018-11-16). Unglaublich! Fast f├╝nf Millionen Menschen haben sich dieses Video ├╝ber eine Farbe angeschaut, von der Physiker sagen, da├č sie keine sei. Glaube ich jedenfalls.

Okay, schwarz ist spannend! Und der Autor des Videos spricht auch ├╝ber den Begriff des schwarzen K├Ârpers und die physikalischen Ph├Ąnomene der Absorption und Reflektion. Aber da├č ein solches Thema aus der Physik 5 Millionen Menschen anlockt, ist doch komisch, oder nicht?

Aber es geht ja noch weiter: Ca. 83.000 Zuschauer fanden das Video gut, Daumen hoch. Das sind 1,78%. 16.893 fanden es nicht gut, Daumen runter. Das sind 0,36%. Das Video wird also von f├╝nfmal mehr Menschen gut gefunden, verglichen mit denen, die es schlecht finden. 97,86% ist es wurscht: F├╝r sie bietet das Video weder einen Anreiz f├╝r Lob noch f├╝r Tadel. Ist es also doch ein schlechtes Video, wenn es scheinbar niemanden zu einer Aktion reizt? Ist das ein zul├Ąssiger Schlu├č?

Schauen wir mal auf die Kommentare: Sage und schreibe 17.426 Kommentare sind verfa├čt worden. Das klingt jetzt nach viel, sind aber auch wieder nur l├Ącherliche 0,37%. Erst von tausend Menschen w├Ąren es knapp vier, die sich zu einem Kommentar hinrei├čen lassen, oder anders gesagt: Ca. 250 Menschen schauen es sich an, bis einer davon einen Kommentar schreibt. Hm…

Aber dann: Die Kommentare! Nat├╝rlich habe ich sie nicht alle gelesen, dazu br├Ąuchte ich eine Menge Hallo-wach-Pillen und m├╝├čte schon in Rente sein, aber die, die ich gelesen habe, sind samt und sonders gequirlte Schei├če. Okay, okay, einer war ganz witzig. Aber den erz├Ąhle ich hier nicht.

F├╝r mich ist Youtube ein unfa├čbares Ph├Ąnomen. Die Bandbreite: Von simplen Albernheiten ├╝ber die f├╝rchterlichsten Dinge, die Menschen tun k├Ânnen (an anderen Menschen) oder Menschen widerfahren k├Ânnen (von der Natur) bis hin zum perversesten Unfug ├╝ber Univorlesungen, gutes und schlechtes Edutainment und grandios langweiliges Zeug; es ist alles dabei. Aber sowenig man die Inhalte fassen kann, so wenig versteht man, wer wann warum was ansieht und anderes nicht. Warum die l├Ącherlichsten Selbstdarsteller und M├Âchtegern-Jim-Carreys (oder Jerry-Lewis-Aficionados) zehn- bis hunderttausende Abonnenten haben, wo mir schon nach 23 Sekunden der Finger zuckt, um ein anderes Video zum Thema anzuklicken.

Interessieren Sie sich f├╝r Philosophie? Kennen Sie die gro├čartige Frau Bleisch? Videos von und mit ihr haben Aufrufzahlen zwischen 15 und 170.000. Wenn wir mal ├ľsterreich, die Schweiz und Deutschland zusammennehmen, haben wir ca. 100 Millionen deutschsprachige potentielle Zuschauer. Und irgendwo zwischen 0,00002 und 0,2% schauen solche Videos. Also nahezu niemand. Aber die Slomo Guys haben mehr Abonnenten als ├ľsterreich Einwohner.

Mir ist ganz schwindlig…

 

HP Prime: Designfehler, aber kein optischer!

Der HP-Prime-Taschenrechner hat mir einen weiteren Blick in sein verkorkstes Innenleben offenbart: Er hat einen Bug, der zuschl├Ągt, wenn man den Programm-Editor verwendet und den Fehler gemacht hat, vorher den Dezimaltrenner auf das hierzulande gebr├Ąuchliche Komma umzuschalten:

Meiner Ansicht nach zeigt der im obigen Video demonstrierte Fehler, wie wenig durchdacht das Konzept des HP Prime ist. Wer also glaubt, er habe hier im Prime ein Feature, das es beim TI Nspire CX CAS nicht gibt, n├Ąmlich das Umschalten des Dezimaltrenners auf das Komma, erkauft sich damit eine gewisse Menge ├ärger. Da ist mir der TI lieber, der das Feature erst gar nicht anbietet, daf├╝r aber in seiner Bedienung konsequent ist und den Benutzer nicht mit solch ├Ąrgerlichen ├ťberraschungen qu├Ąlt. HP baut ab und ab und ab und ab und…

Video: Asynchroner Ton, Ruckeln, Drop-Outs, frame loss, OBS, DaVinci, Media Offline, Magix Video Deluxe

Beim Erstellen von Videos kann man einiges erleben, was man lieber nicht erleben w├╝rde: Tagelange Suche nach der Ursache von Problemen, komplettes Umstellen von Arbeitsprozessen, gravierende ├änderungen und Neuanschaffungen bei der Hardware und viele, viele Entt├Ąuschungen ├╝ber ruckelnde oder asynchrone Videos.

Nach langem Experimentieren und Recherchieren bin ich zu einem Workflow gekommen, der kontrollierbar ist und diese Probleme eliminiert. Ich will ihn hier einmal darstellen und hoffe, da├č Ihr damit auch zu besseren Ergebnissen kommt, falls Euch ├Ąhnliche Probleme plagen.

  1. Ausgangspunkt sind mehrere Camcorder (u. a. Canon Legria), die ein sauberes HDMI-Signal ausgeben (sauber = keine Akkuladestandsanzeige und keine sonstigen unerw├╝nschten Einblendungen).
  2. Roland Videomischer V-1HD (vier HDMI-Eing├Ąnge, ein Kontrollausgang, ein Produktionsausgang), Ausgang geschaltet auf 1080p60
  3. AJA U-Tap (Interface von HDMI auf USB 3.0)
  4. Laptop mit OBS
    Wichtig: Framerate auf 60 pro Sekunde (die Framerate mu├č nat├╝rlich in der Aufnahmesoftware genauso eingestellt sein wie auf dem Ausgabeger├Ąt).
    Um Ruckeln zu vermeiden, MUSS ich an meinem Computer einen Hardware-Encoder verwenden (Unterst├╝tzung durch die Grafikkarte). (Bei Euch kann das anders sein, wenn Euer Rechner flott genug ist.) Hierbei gibt es keine Codec-Auswahl, der Hardware-Encoder bestimmt selber, was abgeht. Ich kann auch hier keinen spezifischen Encoder benennen, weil er direkt abh├Ąngig ist von der eingesetzten Hardware (deswegen ja auch Hardware- und nicht Software-Encoder).
  5. Diese Codierung setze ich auf einem weiteren Rechner nach Fertigstellung des Videos in OBS ├╝ber die Software Xmedia Recoder um in den Codec MPEG-4 AVC/H.264.
  6. Ein solcherart rekodiertes Video kann man dann in Magix Video Deluxe oder DaVinci Resolve 15 importieren. Man sollte dann keine Probleme mit asynchronem Ton (in Magix Video Deluxe) bekommen oder Media-offline-Fehlermeldungen (von DaVinci Resolve 15) erhalten.

Hier das Ganze im Video erl├Ąutert: