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Zum Migration Hub Heidelberg

Der sogenannte Migration Hub Heidelberg hatte es sich zur Aufgabe gemacht, unter anderem den Inhaber des Gasthauses Zum Mohren zu einer √Ąnderung des Namens zu zwingen. Dar√ľber kann man in diesem Artikel

https://www.rnz.de/nachrichten/heidelberg_artikel,-rassismus-diskussion-jetzt-hat-auch-heidelberg-die-mohren-debatte-update-_arid,522881.html

folgendes lesen, ich zitiere:

“Das Netzwerk “Migration Hub Heidelberg” schloss sich zwei Wochen sp√§ter der Forderung an: “Konkret fordern wir die √Ąnderung des Namens der Gastst√§tte ,Gasthaus Zum Mohren‚Äô und die Entfernung des Schriftzugs auf dem Geb√§ude. Des Weiteren fordern wir die Entfernung der rassistischen Figur und des Ladenschilds von Tabak Scheuring”, hei√üt es in einem offenen Brief des B√ľndnisses.¬†

“Die Frage ist nicht nur, ob das Wort verwendet werden sollte oder nicht, vielmehr geht es darum, ob wir den zugrunde liegenden Rassismus akzeptieren oder nicht”, erkl√§rte das B√ľndnis.

Sowohl Begriff als auch Figur f√ľhren ihm zufolge rassistische und koloniale Denkmuster fort. In beiden F√§llen sei irrelevant, ob dies als rassistische Verletzung beabsichtigt sei oder nicht. Entscheidend sei, dass schwarze Menschen dadurch angegriffen und beleidigt w√ľrden, so der “Migration Hub”. Die Verantwortlichen aufseiten der Stadtverwaltung seien deshalb gefordert, dem Fortwirken dieser Bilder im st√§dtischen Raum etwas entgegenzusetzen.”

Man kapriziert sich also nicht zuvorderst darauf, da√ü das Wort Mohr nicht mehr verwendet werden sollte, wohl ahnend, da√ü das (noch) zu weit geht, behauptet aber, es ginge um den Rassismus dahinter. Der Inhaber ist allem Vernehmen nach aber kein Rassist, er pflegt anscheinend auch keine rassistischen Denkmuster, denn sonst h√§tte man ihn ja gleich anzeigen k√∂nnen, nein, man bek√§mpft Rassismus durch Beseitigung von W√∂rtern, das nennt man auch Cancel Culture. Worin der Rassismus beim F√ľhren des Namens einer Gastst√§tte √ľberhaupt bestehen soll, erkl√§rt dieser Verein von Spinnern und Ignoranten aber nicht.

Der Begriff, gemeint ist Mohr, f√ľhre rassistische und koloniale Denkmuster fort. Ich frage Euch, Migration Hub Heidelberg, seid Ihr noch ganz dicht? Ein Begriff f√ľhrt Denkmuster fort? Noch niemals habe ich von einem denkenden Begriff geh√∂rt, so etwas existiert nur in Eurer Vorstellung. Geh√∂rt habe ich dagegen von denkenden, Begriffe verwendenden Menschen. Und deren Absicht bei der Verwendung eines Begriffs ist das, was gekl√§rt werden mu√ü, nicht der Begriff. Und es ist √ľberhaupt nicht irrelevant, ob die Verwendung als rassistische Verletzung beabsichtigt ist oder nicht, es ist, liebe Verirrte im Geiste, das einzige, was tats√§chlich eine Rolle spielt!

Wenn ein Schwarzer sich durch den Anblick eines Mohrenkopfs im Schaufenster beleidigt f√ľhlt, unabh√§ngig davon, wie das Konditoreiprodukt in der Auslage ausgeschildert ist, ist das sein Problem! Ich f√ľhle mich auch nicht beleidigt, wenn ich einen Krautsalat sehe, auch wenn ich ein Kraut bin. Dasselbe gilt analog f√ľr Begriffe.

Am Ende der Pseudologik dieses uns√§glichen Vereins m√ľ√üte man das Wort verbieten, denn die Intention bei seiner Verwendung spielt dessen Meinung nach ja keine Rolle. Also, dann mal los! Erstellt sie, die Liste verbotener W√∂rter! Und macht sie immer l√§nger! Und sorgt daf√ľr, da√ü die Verwendung eines Wortes unter Strafe gestellt wird!

 

Gasthaus zum Mohren in Heidelberg

Das hier ist passiert:

https://www.heidelberg24.de/heidelberg/heidelberg-mohr-altstadt-rassismus-debatte-name-schriftzug-gasthaus-zum-mohren-untere-strasse-90828838.html

Ein mehr als 200 Jahre altes Gasthaus hat seinen Namen ge√§ndert, weil die “Community ver√§rgert” war. So hat es Heidelberg24.de dargestellt:

Das Bild zeigt einen Screenshot von der Homepage. (Es hei√üt √ľbrigens richtig “… √§ndert Namen” und nicht “…√§ndert Name”!)

Interessant ist der Verweis auf die Community: Ohne Artikel, als ob eindeutig und absolut klar w√§re, wer diese Community ist. Und es wird suggeriert: Ist die Community ver√§rgert, dann hat gef√§lligst das entsprechende √Ąrgernis abgestellt zu werden.

Ich kenne die tieferen Beweggr√ľnde des Inhabers nicht, und der Artikel sagt auch nichts √ľber die juristischen Folgen der v√∂llig absurden Anzeige, die ein einzelner Student wegen Beleidigung seiner Person gestellt hat. Wie kann eine Einzelperson durch den Namen eines Gesch√§fts beleidigt werden? Wenn ich √ľber meine Haust√ľr HAUS ZUM MOHREN schreibe, dann beleidige ich diesen Studenten oder beliebige andere Einzelpersonen? Wie absurd m√ľssen die Verh√§ltnisse eigentlich werden, bis die Absurdit√§t in vollem Umfang wahrgenommen wird? Da ist doch eigentlich keine Steigerung mehr m√∂glich.

Da√ü es heutzutage reicht, da√ü irgendein beliebiger Mob sich zur Community formt, um dann durch massives soziales Pressing, also eine widerliche Form der Gewaltaus√ľbung, andere Menschen zu zwingen, sich nach ihrem Wunsche zu deformieren und zu verrenken, finde ich in allerh√∂chstem Ma√üe erschreckend!

Wann treten wir diesem Schwachsinn und dieser Bösartigkeit endlich einmal klar entgegen? Was soll man sich noch alles bieten lassen von Leuten, die glauben, ausgerechnet ihre moralischen und ethischen Vorstellungen seien das Maß aller Dinge? Und sie alleine hätten das Recht zu entscheiden, welche Moral- und Wertvorstellungen hierzulande gelten?

Ich habe gerade keinen Eimer neben mir, deswegen muß ich das Thema beenden, bevor ich mir den Fußboden versaue.

PS: Trotz weiterer Recherche habe ich bislang nicht herausfinden k√∂nnen, ob die Anzeige schlu√üendlich von einem Gericht bearbeitet wurde. Daher k√∂nnte es sein, da√ü alleine der Eingang der Anzeige dazu gef√ľhrt hat, da√ü die Umbenennung durchgef√ľhrt wurde.

Sollte das so sein, dann wäre das ein jämmerliches Einknicken vor dem bornierten Verhalten eines Einzelnen und der Drohung mit empfindlichen Übeln seitens einer anonymen Community sowie des nicht anonymen Migration Hub.

Auch die Berichterstattung seitens heidelberg24.de ist absolut kritikw√ľrdig:

“Nach Rassismus-Klage” klingt, als ob die Klage gef√ľhrt worden w√§re, wor√ľber ich aber nichts herausgefunden habe und daher glaube, da√ü es bei der Anzeige geblieben ist. Au√üerdem, was noch schlimmer ist, wird so getan, als sei rassistisches Verhalten angezeigt worden, was aber gar nicht der Fall ist! Es ist eine Anzeige wegen Beleidigung gewesen. Das ist wohl ein kleiner Unterschied.