Eine kurze Bemerkung zu Kubuntu 20.10 und KDE und Linux Mint 20 XFCE4 (u. a.)…

Okay, das ist jetzt keine wissenschaftliche Betrachtung, schon gar keine tiefgehende Analyse, aber eine Darstellung meiner Erfahrungen der letzten ein bis zwei Monate.

Meine Hardwarebasis waren dabei ├Ąltere Lenovo- sowie HP-Notebooks, auf denen ich mehrere Distributionen ausprobiert habe. Konzentriert habe ich mich dann auf die Distros, die nicht schon beim Setup massive Probleme gemacht haben. Und das waren viele! ├ťbriggeblieben sind:

  1. Linux Mint: Funktionierte immer, einfache Einrichtung, schnelle Aufnahme der eigentlichen Einrichtungsarbeiten, problemloses Installieren der ben├Âtigten Software, entweder ├╝ber die gut ausgestatteten Repositorys, direkte Downloads von der Anwendungshomepage oder selbstkompilieren der Software. Alles kein gro├čes Problem.
  2. Kubuntu: Wie unter 1., aber… Dazu gleich.
  3. Oracle Linux: Sehr, sehr d├╝nn besiedeltes Repository, komplizierte Installation von Software, bei der oft massenhaft Pakete (insbesondere Librarys) recherchiert, m├╝hsam gefunden und installiert werden mu├čten, bis etwas lief. Es war nicht einmal m├Âglich, unter Chromium oder Firefox alle Videos im Web anzuschauen, es fehlten Codecs und andere Dinge, und der marktschreierisch angepriesene, angeblich unbreakable Kernel rettet einen nat├╝rlich nicht vor Abst├╝rzen mehr oder weniger wichtiger weiterer Software, so da├č ich nach ca. zwei Wochen entnervt aufgegeben und das System gel├Âscht habe. Mag sein, da├č Oracle Linux f├╝r Server eine sehr gute Wahl ist, wenn man von vornherein pr├Ązise festschreiben kann, was das System leisten soll, f├╝r Anwender jedoch, die ihre t├Ągliche Arbeit erledigen wollen, ist es das nicht.
  4. Debian: Es war die einzige Distro mit vern├╝nftiger Unterst├╝tzung f├╝r 32-Bit-Systeme, von denen ich genau eines in Form eines alten Notebooks noch besitze und in Betrieb habe. Allerdings habe ich es bislang so wenig eingesetzt, da├č ich dazu keine Aussage machen kann, was den intensiven Einsatz angeht.

Nun zu Kubuntu: Auf keiner Plattform der letzten Jahre habe ich soviele Applikationscrashs erlebt wie hier. Der letzte Crash fand statt, als ich mich auf Grund einer Konfigurations├Ąnderung (├änderung der Gruppenzugeh├Ârigkeit meines Anwenderkontos) einfach mal schnell aus- und wieder einloggen wollte. Selbst w├Ąhrend ich das hier schreibe, meldet sich der Crash-Reporter, weil irgendetwas im Hintergrund seinen Geist aufgegeben hat. Die Dinge sind nicht so dramatisch, als da├č ich deswegen jetzt das System neu aufsetzen oder sonstige, gr├Â├čere Ma├čnahmen ergreifen w├╝rde, aber verglichen mit der Stabilit├Ąt von Linux Mint ist Kubuntu mit KDE und Plasma-Desktop ganz sch├Ân crashfreudig. Aber ich habe bereits mit dem Gedanken gespielt, Kubuntu vollst├Ąndig hinter mir zu lassen und nur noch auf Linux Mint mit dem XFCE4 zu arbeiten. Wahrscheinlich werde ich das auch umsetzen, denn was mir am meisten Spa├č gemacht hat unter Kubuntu, war die Konsole (konsole), die dieses tolle Feature hat, da├č man die Fenster splitten kann. Als ich dann herausgefunden habe, da├č man mit apt-get install konsole genau diese Anwendung auch unter Linux Mint zur Verf├╝gung gestellt bekommt, war der Entschlu├č praktisch gefa├čt. Das xfce-Terminal habe ich dann sofort gel├Âscht.

Heute gehe ich diesen Weg weiter: Ein Windows-10-Desktop-Computer wird umgewandelt in einen Linux Mint 20 & XFCE4 Server, d. h., er wird mir vorrangig als Server dienen f├╝r Git-Experimente, da ich dann ein vern├╝nftiges, Unix-kompatibles Filesystem habe, er soll aber auch f├╝r normale Anwendungen zur Verf├╝gung stehen.

Meine pers├Ânliche Meinung ist also Stand heute (2021-01-28) die:

Wer ein neues System einrichten will mit dem Bed├╝rfnis, nach k├╝rzester Zeit effektiv damit zu arbeiten, und der erwartet, da├č Nachinstallationen kein zeitraubendes Abenteuer werden, der sollte Linux Mint mit XFCE w├Ąhlen. Den ganzen Schnickschnack h├╝bsch aussehender Desktopumgebungen bezahlt man mit h├Âherer Wahrscheinlichkeit f├╝r Crashs: Mehr und komplexere Software, bei der zeitgleich viele Komponenten interagieren m├╝ssen, erh├Âht einfach die Absturzwahrscheinlichkeit. Und wenn man sich anschaut, wieviele Komponenten man z. B. bei der Installation von R-Studio unter Kubuntu erst einmal installieren mu├č, bevor R-Studio sauber aufgesetzt werden kann, der wei├č: Kubuntu ist nicht das beste System f├╝r Entwickler. Linux Mint hat mehr Komponenten f├╝r das Selberkompilieren von Software an Bord, und zwar vom Start weg.

Viel Spa├č beim Ausprobieren!